Strikte Warnung vor Sonne könnte aufgeweicht werden

OSLO (ars). Ist Sonnenbaden unterm Strich mehr gesund als schädlich? Norwegische Forscher wagen die These, dass positive Effekte das Hautkrebsrisiko überwiegen. Ihre Argumentationskette: Sonne ist die wichtigste Quelle von Vitamin D. Das wiederum schützt bei Krebserkrankungen innerer Organe.

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Werden Sonnenanbeter Licht und Wärme bald ohne schlechtes Gewissen genießen?

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Die dunkle Seite der Sonne: Bei hellhäutigen Menschen nimmt die Häufigkeit aller Formen von Hautkrebs eindeutig von Norden nach Süden zu. Das ermittelten die Wissenschaftler aus Krebsregistern für Australien, Neuseeland, Großbritannien, Schweden, Norwegen und Dänemark. Auf der Positivseite allerdings schlägt zu Buche: Die Prognose der wichtigsten Krebsarten - in Darm, Lunge, Prostata und Brust - wird ebenfalls nach Süden hin signifikant besser. Besonders günstig sind die Überlebensraten, wenn die Diagnose im Spätsommer und Herbst erfolgt, die Serumspiegel an Vitamin D also am höchsten sind (Proc Natl Acad Sci USA 105, 2008, 668).

Nicht ganz ins Bild passt allerdings, dass parallel zur Hautkrebshäufigkeit auch die Inzidenz der häufigsten Krebsarten innerer Organe von Nord nach Süd steigt. Weiteten die Forscher jedoch ihre Analyse auf mehr Länder aus, fiel dieser Gradient weg. Daraus schließen sie, dass in den untersuchten sechs Ländern Gene, Ernährung und Umwelt schwerer wiegen als die Effekte von Vitamin D.

Nach ihren Berechnungen bildet der Körper am Äquator jährlich drei- bis fünfmal mehr Vitamin D als etwa in Großbritannien. Im Sommer sind die Werte bis zu 100-mal höher als im Winter.

Ein Nebenergebnis: In Norwegen versechsfachte sich die Melanominzidenz von 1960 bis 1990, zugleich besserte sich die Prognose. Seither ist beides konstant.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Lieber Sonne als Krebs

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