Neues Strahlenschutzgesetz

Tattoo-Bereuer könnten Ärztepraxen lahmlegen

Das Bundesamt für Strahlenschutz drängt darauf, dass bald nur Ärzte Tattoos entfernen dürfen. CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß befürchtet, dass die Reform die Hautarztpraxen völlig überlastet.

Veröffentlicht:
Nur Fachärzte sollen künftig Tattoos entfernen dürfen. Laut einer Umfrage des BfS haben bereits 83 Prozent der Tattoo-Entferner ihr Motiv beim Facharzt entfernt.

Nur Fachärzte sollen künftig Tattoos entfernen dürfen. Laut einer Umfrage des BfS haben bereits 83 Prozent der Tattoo-Entferner ihr Motiv beim Facharzt entfernt.

© ibreakstock / stock.adobe.com

BERLIN/SALZGITTER. Das Entfernen von Tätowierungen mit Hilfe von Laser sollte schnellstmöglich nur noch ärztlichem Personal erlaubt sein, so das Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Behördenpräsidentin Inge Paulini forderte in der "Augsburger Allgemeinen" die Bundesländer auf, einer entsprechenden Verschärfung der Strahlenschutzverordnung am Freitag im Bundesrat zuzustimmen. Demnach sollen in Zukunft allein Hautärzte derartige Laserbehandlungen durchführen dürfen. Bislang dürfen das auch Kosmetiker, Heilpraktiker oder Tätowierer anbieten.

"Der Einsatz von Lasern ist immer mit Risiken verbunden", sagte Paulini der Zeitung und verwies auf eine Studie ihrer Behörde, wonach bei knapp einem Fünftel der Behandlungen bleibende Nebenwirkungen aufgetreten seien. "Dabei drohen im schlimmsten Fall Verbrennungen, Pigmentstörungen oder Narben", schilderte die Bundesamtschefin. "Außerdem muss vor einer Behandlung ausgeschlossen sein, dass die Haut bereits geschädigt ist und vielleicht schwarzer oder weißer Hautkrebs vorliegt", sagte die Strahlenschützerin. "Das kann nur ein Facharzt beurteilen."

In der Politik gibt es auch Kritik an den Reformplänen. So hatte CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß im vergangenen Monat vor einer Überlastung der Mediziner gewarnt. "Von heute auf morgen müssten wir dadurch die Zahl der Hautärzte um die Hälfte erhöhen", hatte Krauß mit Blick auf die mögliche Verschärfung vorhergesagt. Ein Hautarzt müsste demnach 22 Wochen im Jahr durchgängig Tätowierungen entfernen, um der geplanten Verordnung gerecht zu werden. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Impfen gegen Krebs

Malignes Melanom: Impfen als Booster für die Checkpointblockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Ausgewählte Best-of-Abstracts

Melanome – ein Risikoscore für die Immuntherapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Schematische Wirkprinzipien verschiedener immuntherapeutischer Ansätze beim Multiplen Myelom

© Johnson & Johnson

Therapie des Multiplen Myeloms

Ebnet die Präzisionsmedizin den Weg zur funktionellen Heilung dieser Neoplasie?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Kollegialer Rat

Empfehlungen für das Überbringen schlechter Nachrichten

Lesetipps
Eine junge Person hält die hand einer älteren Person in der Hand.

© openlens / Stock.Adobe.com

„Unser ältester Patient ist 86!“

Erwachsen mit Mukoviszidose: Versorgung muss sich anpassen