Direkt zum Inhaltsbereich

THERAPIE-STANDARD

Therapie-Fortschritte bei metastasiertem Krebs

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Therapie des kolorektalen Karzinoms (KRK) stark verbessert: Inzwischen lebt nach fünf Jahren noch die Hälfte der Patienten.

Veröffentlicht:

Immer noch wird das KRK bei fast 50 Prozent der Patienten erst diagnostiziert, wenn bereits Lymphknoten befallen sind oder Fernmetastasen vorliegen. Bei ihnen ist eine adjuvante Chemotherapie indiziert. Standard war bisher 5-Fluorouracil (5-FU) plus Folinsäure als Bolus. Mittlerweile haben sich andere Optionen als überlegen erwiesen: 5-FU-Infusionen sind gleich wirksam, aber besser verträglich. Und für die Therapie mit dem oralen 5-FU-Prodrug Capecitabin (Xeloda®) ergab sich ein günstigeres Toxizitätsprofil sowie ein Trend zum verlängerten krankheitsfreien Überleben. Auch mit der Kombi 5-FU/FS plus Oxaliplatin (Eloxatin®) waren nach drei Jahren noch 78 Prozent der Patienten frei von Rezidiven, mit 5-FU/FS-Bolus allein 73 Prozent.

Zur Erstbehandlung bei Patienten mit Metastasen eignen sich ebenfalls 5-FU-Infusionen: Damit war im Vergleich zum Bolus die Ansprechrate höher, das mediane Überleben etwas besser und das Toxizitätsprofil günstiger. Capecitabin ist bei dieser Indikation ähnlich wirksam wie der 5-FU/FS-Bolus. Capecitabin plus Oxaliplatin bringt Phase-III-Studien zufolge Remissionsraten von 50 Prozent, erleichtert die Therapie und erhöht die Lebensqualität.

Irinotecan (Campto®) ist ebenfalls ein geeigneter Kombinationspartner: Mit 5-FU/FS plus Irinotecan waren die Remissionsrate, das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben ähnlich gut wie 5-FU/FS plus Oxaliplatin.

Eine Novität bei metastasierten Tumoren sind Biologicals, die für Erst- und Zweittherapie infrage kommen. Ein Beispiel ist Cetuximab (Erbitux®), das gegen den Rezeptor des Wachstumsfaktors EGF (Epidermal Growth Factor) gerichtet ist. Kürzlich hat es sich in der Ersttherapie bewährt: Nach einer Phase-III-Studie verlängert es in Kombination mit Irinotecan das progressionsfreie Überleben. Zugelassen ist es bisher zur Zweittherapie bei Patienten mit EGF-Rezeptor-positivem KRK, bei denen eine Irinotecan-basierte Therapie versagt hat: Bei 23 Prozent kommt es durch den Zusatz von Cetuximab doch noch zur Remission.

Bevacizumab (Avastin®) hemmt die Gefäßbildung im Tumor. Patienten, die First-Line Irinotecan/5-FU/FS plus den Antikörper erhielten, hatten höhere Ansprechraten und längeres Gesamtüberleben als Patienten ohne Antikörper. In der Zweittherapie wirkten 5-FU/FS/Oxaliplatin plus Bevacizumab synergistisch. Das mediane Überleben mit Antikörper betrug 12,5 Monate, ohne 10,7.

Lesen Sie dazu auch:

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Lesetipps
Eine Frau fasst sich mit den Händen an den Kopf.

© Graphicroyalty / stock.adobe.com

Mentale Gesundheit gestärkt

Mit einem Fünf-Tages-Programm gegen chronischen Kopfschmerz

Ein Kind trinkt einen exotischen Drink mit einem Strohhalm aus der ausgehöhlten Frucht.

© Natallia / stock.adobe.com

Exotisches Streetfood

Reisediarrhö: „Durchgegart“ muss nicht viel heißen