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Thromboseprophylaxe im CED-Schub nötig?

NOTTINGHAM (sec). Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) haben ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse. Besonders gilt dies einer neuen Studie zufolge für Patienten im Schub, die ambulant versorgt werden. Im Vergleich zu Personen ohne CED ist ihr relatives Risiko für ein thromboembolisches Ereignis um den Faktor 16 erhöht.

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Schmerzen in der Wade - da sollte besonders bei CED-Patienten auch an eine Thrombose gedacht werden. © KSR / fotolia.com

Schmerzen in der Wade - da sollte besonders bei CED-Patienten auch an eine Thrombose gedacht werden. © KSR / fotolia.com

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In der Studie haben Ärzte um Dr. Matthew J. Grainge von der Universität in Nottingham die Daten von 13 756 Patienten mit CED analysiert und sie mit denen von jeweils bis zu fünf Kontrollpersonen ohne CED aber mit ähnlichen Risikofaktoren für eine Thrombose verglichen.

4835 Patienten hatten einen Morbus Crohn, 6765 hatten eine Colitis ulcerosa; bei den übrigen lag eine differenzialdiagnostische Einordnung nicht vor (The Lancet 2010; 375: 657).

Wie bereits kurz berichtet, war nach Berechnung der britischen Ärzte das relative Risiko für ein thromboembolisches Ereignis für CED-Kranke um den Faktor 3,4 erhöht (2,6 thromboembolische Ereignisse pro 1000 Patientenjahre). Während eines Schubes - definiert als Krankheitsphase mit Steroidtherapie über mindestens 120 Tage - ergab sich ein um den Faktor 8,4 höheres relatives Risiko. Bei chronisch aktiver Erkrankung war die Wahrscheinlichkeit um das 6,5-Fache und bei Remission um das Doppelte erhöht.

Auffällig: Besonders für ambulant behandelte Patienten mit Schub war das Risiko hoch. Mit einem 16-fach gesteigertem relativen Risiko war es deutlich höher als für stationär wegen eines Schubes versorgte Patienten (Faktor 3,2) - die in der Klinik auch oft eine Thromboseprophylaxe erhielten.

Die britischen Kollegen schlagen aufgrund der Ergebnisse vor, auch bei ambulant betreuten Patienten mit Schub wie bei stationären Patienten eine kurzfristige Prophylaxe mit niedermolekularen Heparinen oder einem neuen oralen Antikoagulans in Erwägung zu ziehen.

Ähnliches werde ja auch bei Patienten mit Steroidtherapie wegen eines Schubes zur Osteoporose-Prophylaxe geraten.

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