Tiefe, punktförmige Bißverletzung - hier sind Antibiotika indiziert

LEIPZIG (eb). Sommerzeit bringt es mit sich, daß mehr Menschen von Hunden gebissen werden als zu anderen Jahreszeiten. Auch bei oberflächlichen leichten Verletzungen muß der Tetanusimpfschutz überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

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Jedes Jahr werden etwa zwei von 1000 Menschen von Hunden gebissen. Je nach Schwere der Verletzung, Immunität und des Verschmutzungsgrades kommt es bei bis zu 15 Prozent der Bißverletzungen zu lokalen Wundinfektionen. Darauf haben der Allgemeinmediziner und Chirurg Dr. Andreas Klement und seine Kollegen von der Universität Leipzig aufmerksam gemacht (MMW 26, 2005, 630).

Bei der Erstversorgung müsse die Wunde zunächst ausreichend gespült werden, etwa mit physiologischer Kochsalzlösung, erinnern die Leipziger Kollegen. Hilfreich seien dabei die Verwendung einer 10-ml-Spritze und ein tiefes Waschbecken.

Eine Röntgendiagnostik sei nur dann erforderlich, wenn es zu tiefen Wunden der Hand gekommen ist, sowie bei Kindern mit Wunden im Gesicht und am übrigen Kopf, um nach Frakturen oder Fremdkörpern zu suchen.

Nicht immer muß auch eine Antibiotikaprophylaxe gemacht werden. Klement und seine Kollegen halten sie nur dann für sinnvoll, wenn es zu tiefen punktförmigen Verletzungen und Verletzungen an der Hand gekommen ist. Amoxicillin und Clavulansäure, verabreicht über einen Zeitraum von fünf Tagen, seien dann angezeigt.

Erreger- und Resistenzbestimmungen ermöglichen schließlich eine zielgerichtete Antibiotika-Therapie. Zur Nachkontrolle muß deshalb nach 24 und 48 Stunden sowie nach fünf Tagen der Verband gewechselt werden.

Selbst wenn die Verletzung nur oberflächlich ist: Der Tetanusschutz müsse stets geprüft und der Impfschutz gegebenenfalls aufgefrischt werden, so die Leipziger Kollegen.

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