Direkt zum Inhaltsbereich

Sachsen

Tierbisse bei Kindern nicht unterschätzen

Kinderchirurg der Leipziger Uniklinik rät Eltern zu mehr Aufklärung im Umgang mit Tieren.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Eltern sollten ihre Kinder mehr über die Gefahren von Tierbissen aufklären.

„Tiere sind keine Spielzeuge“, sagt Professor Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. „Die Kleinen sollten wissen, wie und wann man sich einem Tier nähert und wann besser nicht.“

Nach seiner Einschätzung wird das Risiko einer Infektion der Tierbisswunde oft unterschätzt. Eine solche Wunde müsse mit speziellen Antibiotika behandelt werden, da die Mundhöhle der Tiere ein besonderes Spektrum von seltenen Bakterien enthalte. Ein besonderes hohes Infektionsrisiko bestehe bei Bissverletzungen der Hand durch Katzen.

Lacher weist darauf hin, dass vor allem nach Gesichtsverletzungen oft Narben und Keloide zurückbleiben. „Tragisch wird es bei einem Hund, der das Gesicht des jüngeren Kleinkinds erwischt, denn beide treffen sich sozusagen auf Augenhöhe“, ergänzt der Klinikdirektor. Bisse in die Wangen, die Augenbereiche und die Augenlider seien die Folgen.

Bei älteren und damit größeren Kindern seien oft der Hals und der Nacken sowie Arme und Beine betroffen. 75 Prozent der Bissverletzungen stammten von Hunden und Katzen.

Katzen beißen eher Mädchen - Hunde Jungen

Statistiken zeigten, dass Mädchen eher von Katzen gebissen werden, Jungen hingegen von Hunden. Fast immer sei es der eigene oder ein bekannter Hund.

Am Universitätsklinikum wurden im vergangenen Jahr auch Bisse von Wildschweinen, Mardern, Ratten, Hasen, Meerschweinchen, einem Pinguin im Zoo sowie auch Pferden und einem Esel behandelt.

„Im Herbst hatten wir den drastischen Fall eines anderthalb Jahre alten Jungen, der einen Esel füttern wollte und dabei seine Finger regelrecht ins Maul des Tieres steckte“, sagt Lacher. Der Esel habe dem Kleinkind das Endglied des Zeigefingers abgebissen.

„Die Eltern brachten das abgebissene Fingerglied zwar mit, dieses wurde auch gemeinsam mit den Kollegen des Bereichs ‚Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie‘ replantiert, doch angewachsen ist er leider nicht mehr“, fügt Lacher an.

Eltern müssten gerade in Streichelgehegen ihren kleinen Kindern unbedingt zeigen, wie man zum Beispiel die Hand zum Füttern richtig hält, regt der Kinderchirurg an. (sve)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Fixkostendegression in der HZV: Koalition schnürt Sparpaket wieder auf

Das könnte Sie auch interessieren
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Lesetipps
Ein Bild einer Niere mit Amyloidose, Längsschnitt.

© CNRI / Science Photo Library

Seltene Erkrankungen

Geht an die Nieren: AA-Amyloidose