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Biofeedback-Spiegel

Training mit Lupe hilft bei Fazialisparese

Ein spezieller Spiegel mit Lupe lässt Patienten mit Fazialisparese die kleinsten Gesichtsbewegungen besser erkennen und hilft ihnen, die Muskeln gezielt zu trainieren.

Veröffentlicht:

DUISBURG / ESSEN. Wenn Patienten mit Gesichtslähmung ihre Muskeln trainieren, kommt es auf kleinste Bewegungen an. Sie zu erkennen, macht ein Biofeedbackspiegel mit Lupenfunktion möglich, den Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Informatikern der FH Dortmund entwickelt haben.

Gibt es bei einer Gesichtslähmung keinen irreversiblen Nervenschaden, wird üblicherweise neben einer Kortisontherapie ja auch ein intensives Training der Gesichtsmuskulatur empfohlen. Der neue Biofeedbackspiegel spiegelt nicht nur das Bild des Patienten wider, sondern filmt auch die Gesichtsbewegungen und vergrößert sie in Echtzeit, wie das UDE mitteilt.

"Verstärkt wird das Ganze mit einer Lupe, mit der auch kleinste Bewegungen sichtbar gemacht werden", wird Dr. Anke Schlüter von der UDE zitiert.

Gleichzeitig könne der neue Spiegel die Bewegung exakt messen. "Das steigert die Motivation, die Gesichtsmuskeln täglich zu trainieren. Die Patienten trainieren drei Tage bei uns in der Klinik, bevor sie zu Hause alleine weitermachen", so Schlüter.

Die Mediziner haben dabei die Bewegungen des Mundes und des Auges gemessen und konnten feststellen, wie ausgeprägt die Gesichtslähmung ist. Diese Messungen stimmen mit der gängigen klinischen Einteilung der Schweregrade überein.

Selbstständige Übungen vor einem Spiegel sind schon länger als Therapie etabliert, erinnert das UDE. "Auch wenn die Heilung individuell verschieden ist, sehen wir einen positiven Einfluss auf die Patienten insbesondere in der Regenerationsphase", so Schlüter.

Derzeit sammeln die Mediziner weitere Daten, um sie auszuwerten und mit herkömmlichen Therapie vergleichen zu können. Erste positive Tendenzen lassen sich aber schon jetzt erkennen. (eb)

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