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Tricks für die Rheuma-Anamnese

HAMBURG (skh). Die Veranstaltung des Fortbildungsspezialisten Pri-Med in Hamburg ist bei den Teilnehmern gut angekommen. Von den 332 Kollegen - etwa drei Viertel davon waren Allgemeinmediziner und ein Viertel Internisten - sagten fast 99 Prozent, daß ihre Erwartungen erfüllt wurden. Themen am 27. September waren Angststörungen, Diabetes, Psoriasis, Gelenkschmerz und Reflux.

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Pri-Med ist einer der weltweit führenden Anbieter von Fortbildungsveranstaltungen speziell für Hausärzte. Auch bei der Hamburger Veranstaltung, bei der die "Ärzte Zeitung" wieder Medienpartner war, wurde jedes der Vortragsthemen von einem niedergelassenen Praktiker und einem Facharzt gemeinsam präsentiert. Eine weitere Besonderheit ist das interaktive Konzept der Veranstaltungen: Kollegen können per TED-Umfrage ihre Meinung etwa zu Therapie-Vorschlägen abgeben. Die Landesärztekammer Hamburg hat die ganztägige Veranstaltung mit 9 CME-Punkten zertifiziert.

Bei Gelenkschmerz erleichtern einfache Fragen die Anamnese

Die Rheumatologin Privatdozentin Andrea Rubbert-Roth von der Universität Köln wies darauf hin, daß 50 Prozent der Patienten, die sich in Hausarztpraxen vorstellen, wegen Beschwerden am Bewegungsapparat kommen. Wenige Fragen könnten in der Anamnese helfen, entzündliche von degenerativen Gelenkbeschwerben abzugrenzen: So würden Ruheschmerz, Morgensteifigkeit über mindestens eine Stunde und allgemeine Abgeschlagenheit für eine entzündliche Erkrankung, etwa eine rheumatoide Arthritis, sprechen. Patienten in gutem Allgemeinzustand mit Belastungs- und morgendlichen Anlaufschmerzen über höchstens 15 Minuten hätten meist eine degenerative Erkrankung, so Rubbert-Roth.

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis sei zudem eine frühe Diagnose und die frühe Basistherapie, etwa mit Methotrexat oder Sulfasalazin wichtig, erinnerte Rubbert-Roth. Dadurch könne das Auftreten von Knochendestruktion verhindert oder zumindest verzögert werden.

Weiterführende Diagnostik, wenn Schwellungen persistieren

Bei länger als zwei Wochen andauernden Beschwerden sollte der gesamte Bewegungsapparat auf Druck- und Bewegungsschmerz sowie Muskelkraft untersucht werden, riet Monika Antons, niedergelassene Rheumatologin aus Köln. Wenn Gelenkschwellungen länger als sechs Wochen bestehen, sowie bei Verdacht auf Kollagenosen sollten die Patienten unbedingt an einen Rheumatologen überwiesen werden, so Antons.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Gastvortrag von Professor Ulf Merbold, dem ersten bundesdeutschen Raumfahrer. Er berichtete von medizinischen Experimenten im Weltall: Raumflüge böten gute Bedingungen für die Osteoporoseforschung, so Merbold. Denn wegen der fehlenden mechanischen Belastung in der Schwerelosigkeit würden Astronauten pro Tag 300 mg Kalzium durch Knochenabbau verlieren. Doch auch das Immunsystem verändert sich in der Schwerelosigkeit. Invitro Versuche hätten ergeben, daß menschliche Lymphozyten im Weltall langsamer, Bakterien jedoch schneller proliferieren als auf der Erde. Deshalb sei auch die Wirksamkeit von Antibiotika im Weltraum vermindert, so Merbold.

Die nächsten Pri-Med-Fortbildungen finden am 25. Oktober in Berlin und am 1. November in München statt. Gebühren werden auch dort nicht erhoben. Außerdem: Wer sich dort für einen Fortbildungstag 2007 anmeldet, kann auch daran wieder gebührenfrei teilnehmen. Für die Berliner Veranstaltung sind 11 CME-Punkte genehmigt.

Informationen und Anmeldung: Pri-Med Updates, Bettinastr. 35-37, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 0 18 05 - 873 283, Fax: - 000 979 (jeweils 12 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz), E-Mail: Anmeldung@Pri-MedUpdates.de oder per Internet unter www.Pri-Med.de

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