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Unipolar oder bipolar depressiv? Die Bildgebung nützt hier wenig

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BERLIN (gvg). Bei Patienten mit einer ersten depressiven Episode bleibt meist offen, ob sie eine rein depressive oder eine manisch-depressive Erkrankung haben. Mithilfe moderner Bildgebung wollen Wissenschaftler genauere Frühdiagnosen stellen - bisher mit wenig Erfolg.

Unterschiede zwischen uni- und bipolar erkrankten Depressiven lassen sich per MRT kaum finden.

Unterschiede zwischen uni- und bipolar erkrankten Depressiven lassen sich per MRT kaum finden.

© Foto: PhotoDisc

"Eine korrekte Frühdiagnose wäre wichtig, weil die Therapien bei unipolarer Depression und bipolarer Erkrankung sich unterscheiden, und weil die Prognose der Erkrankungen schlechter wird, je später die korrekte Diagnose gestellt wird", sagte Professor Ludger Tebartz van Elst von der Universität Freiburg auf dem DGPPN-Kongress in Berlin. Tatsächlich aber suchen Psychiater bisher vergeblich nach Biomarkern, anhand derer sich beides sicher auseinander halten ließe.

Funktionelle Magnetresonanz (fMRT) und Positronen-Emissions-tomografie (PET) haben die Erwartungen jedenfalls nicht erfüllt: "Es gibt kritische Areale für die emotionale Informationsverarbeitung, etwa die Amygdala oder die Inselregion. Allerdings waren die bisher in diesen Arealen gefundenen Unterschiede schwer reproduzierbar, und die Unterschiede waren nicht enorm, sodass sich keine hohe Spezifität ergibt", so Tebartz van Elst.

Ähnlich problematisch sind die strukturellen Befunde: "Es gibt Hinweise, dass das Volumen des Präfrontalhirns und des Corpus callosum bei unipolarer Depression abnimmt, aber die Befunde variieren."

Immerhin scheint sich das Volumen des Hippocampus mit der Dauer der unipolaren Depression relativ konsistent zu verringern. Weil es bei der bipolaren Erkrankung aber unterschiedliche Berichte zum Hippocampus-Volumen gibt, taugt auch diese Beobachtung nicht zur Differenzierung.

Tebartz van Elst stellte zur Diskussion, ob die fehlenden Unterschiede in der Bildgebung nicht auf unscharfe Diagnosekategorien in der Psychiatrie zurückzuführen sind. Wenn die beiden Kategorien "unipolar" und "bipolar" klinisch weiter unterteilt würden, ließen sich in Zukunft vielleicht eher diagnostisch verwertbare Unterschiede in der Bildgebung festmachen, so der Experte.

Lesen Sie dazu auch: Blick ins Hirn lässt Ärzte oft ratlos Stigmatisierung psychisch Kranker nimmt zu Neue Wege gegen das Amyloid im Hirn

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