Vakzine könnte hämorrhagischem Fieber seinen Schrecken nehmen

FORT DETRICK (mut). Ein überraschender Erfolg ist Forschern mit einer Vakzine gegen das Marburg-Virus gelungen: Mit Hilfe eines gentechnisch veränderten Trägervirus ließen sich Affen auch nach der Injektion einer sonst tödlichen Dosis von Marburg-Viren zuverlässig vor der Erkrankung schützen.

Veröffentlicht:

Sie zählen zu den aggressivsten Erregern, die man kennt: Wer Marburg-, Ebola- oder Lassa-Fieber bekommt, hat nur geringe Überlebenschancen. Je nach Virenstamm sterben bei Infektionen mit Marburg- oder Ebola-Viren 90 Prozent der Erkrankten.

Eine wirksame Therapie gibt es bisher ebensowenig wie eine schützende Vakzine. Die Erreger könnten jedoch etwas von ihrem Schrecken einbüßen, sollte sich eine neue, gentechnisch hergestellte Vakzine auch bei Menschen bewähren. Zumindest Affen hat die Vakzine erfolgreich vor Marburg-Fieber geschützt.

In ihren Versuchen hatten Forscher der US-Armee in Fort Detrick insgesamt acht Rhesus-Affen das 10 000fache der normalerweise tödlichen Virendosis injiziert. Fünf der Affen hatten sie 20 bis 30 Minuten später mit der neuen Vakzine behandelt.

Der Impfstoff bestand aus abgeschwächten, aber noch vermehrungsfähigen Vesikulären Stomatitis-Viren, denen gentechnisch ein Oberflächen-Protein des Marburg-Virus eingepflanzt wurde. Mit diesem Protein dockt das Marburg-Virus an Affen- und Menschenzellen an. Bei den fünf immunisierten Affen brach die Krankheit nicht aus, die anderen drei starben, wie erwartet, an dem hämorrhagischen Fieber.

Die Vakzine eigne sich in erster Linie für Forscher, die sich etwa im Labor mit kontaminierten Spritzen infizieren sowie für Ärzte, die Marburg-Patienten behandeln, berichten die Wissenschaftler ("Lancet" online).

Vor einer Anwendung bei Menschen seien aber noch weiter Sicherheitstests nötig. Erste Erfolge gibt es im Tierversuch inzwischen auch mit ähnlichen Vakzinen gegen Ebola- und Lassa-Fieber.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kollateralnutzen der Militärforschung

Mehr zum Thema

Impfen gegen Krebs

Malignes Melanom: Impfen als Booster für die Checkpointblockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe