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Vakzine schützt 100prozentig vor Krebsviren

HEIDELBERG (sko). Mit einem Impfstoff gegen humane Papillomaviren können künftig wahrscheinlich 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen und 90 Prozent aller Infektionen mit Gentialwarzen (Condylomata acuminata) verhindert werden. Darauf deuten Studienergebnisse mit der Vakzine hin, für die bereits die Zulassung beantragt worden ist.

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Sie sind nur 55 Nanometer groß und ubiquitär verbreitet. 70 Prozent aller Frauen infizieren sich irgendwann damit: Humane Papillomaviren werden hauptsächlich durch den Kontakt mit genitaler Schleimhaut übertragen. Besonders die High-Risk-Typen 16 und 18 haben große Bedeutung, da etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome durch eine Infektion mit solchen Viren verursacht werden. Weniger riskant, aber ebenso unerfreulich sind die Virustypen 6 und 11, die in über 90 Prozent der Fälle an der Entstehung von Feigwarzen beteiligt sind.

Schutz vor Infektionen mit solchen Viren und deren Folgen bietet ein neuer Impfstoff, der nach der Zulassung unter dem Namen Gardasil® vermarktet werden soll. Der quadrivalente Impfstoff richtet sich gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, und 18 und hat sich in Studien als sehr effektiv und gut verträglich erwiesen. Phase-2-Studien mit dem Impfstoff haben bereits einen 100prozentigen Schutz vor HPV-assoziierten Erkrankungen, inklusive zervikaler intraepithelialer Neoplasien (Krebsvorstufen) und Gentialwarzen ergeben. Das hat Privatdozentin Dr. Monika Hampl von der Frauenklinik der Universität Düsseldorf bei einer Veranstaltung in Heidelberg berichtet.

Drei Phase-3-Studien bestätigen diese Ergebnisse. Daran hatten insgesamt über 25 000 junge Frauen teilgenommen, wie Hampl bei der von dem Unternehmen Sanofi Pasteur MSD organisierten Veranstaltung sagte. Auch in diesen Studien bot die Vakzine 100prozentigen Schutz, sofern die Patienten alle drei vorgesehenen Impfungen erhalten hatten. "So eindeutige Studien mit so deutlichen Ergebnissen habe ich im Impfbereich noch nie gesehen", kommentierte Professor Frank von Sonnenburg, Infektiologe von der LMU München, die Studiendaten.

In einer dieser Untersuchungen wurden auch 510 Jungen geimpft und anschließend untersucht. Auch bei ihnen bewirkte die Impfung eine Antikörperbildung. Es sei jedoch noch nicht klar, ob die Impfung bei Jungen auch wirklich vor der Infektion mit HPV schützt, so von Sonnenburg. "Es stellt sich außerdem die Frage: Können geimpfte Jungen nicht trotzdem Überträger sein?" Nach der Zulassung sollen daher zunächst nur Mädchen geimpft werden.

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