Direkt zum Inhaltsbereich

Künstliche Intelligenz

Verdacht auf Infarkt – mit KI zur genaueren Diagnose

Künstliche Intelligenz könnte bei Verdacht auf Myokardinfarkt eine individualisierte und präzisere Diagnose ermöglichen.

Veröffentlicht:

Wiesbaden. Ein Algorithmus, der Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, kann Ärzten in Notaufnahmen dabei helfen, genauer zu bestimmen, ob bei einem Patienten ein Herzinfarkt vorliegt oder nicht, sodass die Patienten schneller einer zielgerichteten Behandlung zugeführt oder – wenn kein Herzinfarkt diagnostiziert wurde – sicher entlassen werden können. Das bestätigen die Ergebnisse einer vor kurzem publizierten Studie (Circulation 2019; 140: 899–909), wie das Unternehmen Abbott mitteilt.

In der Studie untersuchte eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland, den USA, Großbritannien, der Schweiz, Australien und Neuseeland anhand von 11 000 Patientenfällen, ob die von Abbott entwickelte, aber derzeit noch nicht kommerziell verfügbare Technik eine schnellere und genauere Bestimmung von Myokardinfarkten ermöglicht. Wie die Auswertung der erhobenen Daten ergab, bot der Algorithmus den Ärzten laut Mitteilung eine umfassendere Analyse bezüglich der individuellen Wahrscheinlichkeit, ob der Patient einen Herzinfarkt erlitten hatte oder nicht. Dies galt insbesondere für diejenigen Patienten, die innerhalb der ersten drei Stunden nach Beginn ihrer Symptome hospitalisiert und untersucht wurden.

Symptomatische Patienten mit Verdacht auf Myokardinfarkt werden bekanntlich in der Notaufnahme aktuell meist mittels Elektrokardiogramm und Troponintests in vordefinierten Abständen untersucht und diagnostiziert. „Mit Hilfe von Technologien auf Grundlage maschinellen Lernens können Ärzte nun den Schritt von einer generellen HerzinfarktRisikobewertung hin zu einer individualisierten und präziseren Diagnose vollziehen, die sich aus dem Gesamtbild aller relevanten Variablen zum aktuellen Zeitpunkt ableitet“, wird Professor Stefan Blankenberg vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Mitteilung zitiert. „Damit könnte diese Technologie Ärzten in Notaufnahmen individuellere, schnellere und genauere Informationen für die Entscheidung liefern, ob ein Herzinfarkt vorliegt oder nicht.“

Den Algorithmus entwickelte ein Team aus Ärzten und Statistikern bei Abbott, die mit Hilfe von KI umfangreiche Datensätze analysierten und die Variablen identifizierten, die Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens eines Myokardinfarkts geben können. Zu diesen gehören neben Alter und Geschlecht auch die spezifischen Troponinwerte, die mit einem hochsensitiven Troponin-I-Test bestimmt werden können. Der Algorithmus könne diejenigen Ärzte unterstützen, die für eine Herzinfarktdiagnose individuelle Patienteninformationen heranziehen möchten, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Strategie nach Ende der DAPT

Nach perkutaner Koronarintervention bevorzugt Clopidogrel einsetzen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht