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Verhaltenstherapeutische Behandlung bringt Essstörungen in Remission

Ein früher Therapiebeginn bessert die Prognose bei Essstörungen. Erfolg versprechend ist hierbei ein Programm, bei dem die Betroffenen ein strukturiertes Essverhalten lernen.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Anorexia nervosa ist bei jungen Frauen häufig.

Anorexia nervosa ist bei jungen Frauen häufig.

© Alina Isakovich/Fotolia

WIESBADEN. Bei etwa 80 Prozent der Patientinnen mit Essstörung ist die Krankheit nach etwa zehn Jahren überwunden. Beginnt die Behandlung früh, verbessere dies die Prognose erheblich, hieß es beim Kongress.

Nach Angaben von Professor Fritz Hohagen von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Lübeck führt die verhaltenstherapeutische Behandlung bei etwa der Hälfte der Patientinnen zur Remission der Störung. Sehr gut evidenzbasiert ist demnach das in Großbritannien entwickelte modulare Programm CBT-E*.

Hierbei erlernen die Patientinnen ein strukturiertes Essverhalten. Das Essverhalten wird entautomatisiert und auf altersentsprechende Ziele ausgerichtet. Berücksichtigt werden dabei spezifische Persönlichkeitseinflüsse wie Zwangsstörungen.

Meist im Alter zwischen 15 und 35 Jahren

Bei erheblicher psychischer und medizinischer Komorbidität sind allerdings langwierige Behandlungsverläufe zu erwarten. Häufige Komorbiditäten sind depressive und Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und Substanzmissbrauch.

Die Prävalenz der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa bei jungen Frauen, meist im Alter zwischen 15 und 35 Jahren, stagniert auf hohem Niveau mit einer Prävalenz um etwa ein Prozent - die Angaben schwanken stark.

Binge-Eating-Störung nimmt zu

Dagegen nimmt die Häufigkeit der Binge-Eating-Störung, die mit Übergewicht einhergeht, zu und betrifft oft auch Männer. Vergleichbar dem "binge drinking" (binge, engl.: Gelage), werden innerhalb kurzer Zeit große Mengen Nahrung verschlungen.

Die Patienten geben an, keine Kontrolle über diese Heißhungeranfälle zu haben. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind ein bis drei Prozent der Bevölkerung von dieser Essstörung betroffen.

*CBT-E: Cognitive Behaviour Therapy - Enhanced; deutsch: Transdiagnostische kognitive Verhaltenstherapie für Essstörungen

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