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Viele Diabetiker wissen nicht viel über das HbA1c

HbA1c ist ein Marker für die Qualität der langfristigen Blutzuckereinstellung. Der Wert sollte unter sieben Prozent liegen, sonst drohen Folgeschäden.

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Die möglichst normnahe Einstellung schaffen viele Patienten nicht, und viele wissen nicht über das HbA1c Bescheid. Tatsächlich erreichen in Deutschland nur 46 Prozent der Diabetiker den Zielwert. 22 Prozent haben sogar Werte über acht Prozent. "Das ist eigentlich eine völlige Entgleisung", sagt Professor Thomas Haak vom Diabeteszentrum Bad Mergentheim bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Berlin. "Wir müssen uns noch mehr um eine gute Einstellung der Patienten bemühen."

Das erfordert die Mitarbeit der Betroffenen in der Therapie. Die beginnt mit Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen. Bleibt das HbA1c über sieben Prozent, werden Tabletten eingesetzt. In der Regel wird auf Insulin umgestellt, wenn auch die Kombination von zwei oralen Antidiabetika nicht ausreicht. Dabei kann zum Beispiel ein Basalinsulin mit Einmalgabe am Abend genutzt werden, um bessere Werte zu erzielen.

Doch für viele Patienten ist schon das HbA1c ein Buch mit sieben Siegeln: "Es erstaunt mich manchmal, wie wenig Patienten sich mit dem HbA1c auskennen", sagte der Diabetologe in Berlin. So ist jedem zweiten Diabetiker nicht einmal die Bedeutung des Wertes als Maß der Einstellungsqualität und zur Schadensprävention klar. Auch deshalb informiert die von der "Ärzte Zeitung" unterstützte Aktion "Gesünder unter 7" die Öffentlichkeit darüber. Denn schon eine Senkung des HbA1c um einen Prozentpunkt kann das Risiko für mikrovaskuläre Folgeschäden an Augen und Nieren um ein Drittel und die Gefahr eines Diabetes-bedingten Todes um ein Fünftel mindern.

Doch auch das HbA1c zeigt nur einen Teil der Einstellungswahrheit. Der Wert repräsentiert zwar den durch Traubenzucker glykierten Anteil des Hämoglobins. Und der steigt bei erhöhtem Blutzucker. Aber die verstärkte Zuckeranlagerung an den Blutfarbstoff wird erst nach etwa drei Stunden dauerhaft stabil. Kürzere Glukoseanstiege schlagen sich ebenso wenig im HbA1c nieder wie kurze leichte Hypoglykämien. Um starke Blutzucker-Schwankungen zu erkennen, ist ein Blick in das Diabetestagebuch des Patienten nötig. (hbr)

www.gesuender-unter-7.de

Lesen Sie dazu auch: Ansätze zur kausalen Therapie bei Typ-2-Diabetes Bedarfstherapie bei ED reicht Gilt noch die Forderung nach strikter Stoffwechselkontrolle? Antidepressivum lindert Schmerz

Lesen Sie dazu kurz notiert: Benfotiamin plus Alpha-Liponsäure schützen Geschulte Diabetiker haben bessere Werte Fortbildungsreihe für Hausärzte Metformin wirkt zusätzlich zu Insulin günstig Diabetes-Fortbildung im Juli in Salzburg

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