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Vitamin-E-Ergänzung zur Prophylaxe enttäuscht erneut

HAMILTON (ner). Erneut ist jetzt bestätigt worden, daß Vitamin-E-Ergänzung weder Herzkreislauf-Erkrankungen noch Krebs vorbeugt. Überraschend ist auch ein weiterer Befund der jetzt veröffentlichten HOPE-TOO-Studie*: Bei jahrelanger Vitamin-E-Therapie ist die Herzinsuffizienz-Rate im Vergleich zu Placebo erhöht.

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Ein großer Teil der Teilnehmer an der HOPE-Studie zum Effekt von Ramipril bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko hatte nach dem Ende der initialen Untersuchung im Jahre 1999 weiter nach Zufallsauswahl und doppelblind täglich 400 Einheiten Vitamin E oder Placebo eingenommen. Insgesamt waren es fast 4000 Menschen über 55 Jahre, bei denen Professor Eva Lonn von der McMaster University in Hamilton in Kanada regelmäßig Daten erhoben hat.

Sowohl von denen, die das Vitamin eingenommen hatten, als auch von denen, die ein Placebo bekommen hatten, hatte etwa jeder fünfte einen kardiovaskulären Zwischenfall wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder instabile Angina pectoris und jeder achte erkrankte an Krebs (JAMA 293, 2005, 1338). Bemerkenswert ist dieser Befund bei Betrachtung der Prostatakarzinome. Denn eine große finnische Studie hatte eine um 34 Prozent verminderte Rate an Prostatakarzinomen unter alpha-Tocopherol, der am meisten aktiven Form von Vitamin E, ergeben.

      Hoffnung wegen antioxidativer Wirkungen hat sich zerschlagen.
   

Insgesamt bestätigt das Resultat von HOPE-TOO die Ergebnisse der Women’s Health Study (wir berichteten) sowie die Analyse von 19 kontrollierten Studien mit 138 000 Teilnehmern. Hoffnungen aufgrund potentiell antioxidativer und antiproliferativer Wirkungen von Vitamin E haben sich damit zerschlagen.

Lonn berichtet zudem von einer signifikant erhöhten Herzinsuffizienz-Rate bei den Patienten, die das Vitamin genommen hatten (Vitamin E: knapp 15 Prozent, Placebo: 13 Prozent). Die Wissenschaftlerin schließt: "Patienten mit vaskulären Erkrankungen oder mit Diabetes mellitus sollten keine Vitamin-E-Supplemente bekommen." Mehr noch - die weitverbreitete Ansicht, Vitamine seien prinzipiell ohne Risiken, müsse hinterfragt werden.

Warum bei Vitamin E-Supplementierung die Herzinsuffizienz-Rate erhöht ist, ist unklar. Vermutet wird, daß alpha-Tocopherol in einem bestimmten Milieu und ab einer bestimmten Dosis pro-oxidative Eigenschaften entfaltet und das körpereigene antioxidative System durcheinander bringt.

*HOPE-TOO: Heart Outcomes Prevention Evaluation (HOPE) - The Ongoing Outcomes

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