Vor USA-Reisen sind Beratung und Impfen sinnvoll

Der Grand Canyon, die Sümpfe der Everglades, die Rocky Mountains, Alaska und die Wüste im Death Valley - Rundreisen durch die USA sind bei vielen Deutschen beliebt. Doch selbst für dieses Land mit seinem hohem hygienischen Standard ist eine reisemedizinische Beratung empfehlenswert.

Von Ursula Armstrong Veröffentlicht:

Denn auch in den USA können auf Reisende nennenswerte gesundheitliche Probleme zukommen, sagte Dr. Dieter Mayer auf einer Veranstaltung des Centrums für Reisemedizin und des Auswärtigen Amtes in Berlin. So empfiehlt er, die in Mitteleuropa üblichen Standardimpfungen zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen: Tetanus, Diphtherie und Polio.

"Die Hepatitis-A-Impfung ist ebenfalls für die USA angebracht", sagte der Facharzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Reisemedizin aus Mülheim-Kärlich.

Die Hepatitis A kommt in den USA mit hoher Inzidenz vor

Besonders im Südwesten und im Westen der USA sowie in Alaska ist Inzidenz für Hepatitis A hoch, sie liegt bei jährlich über 20 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner. Während der Grippesaison rät er außerdem zur Influenza-Impfung. Denn Reisende sind besonders gefährdet, weil sie auf dem Flughafen, in den Hotels oder im Bus mit vielen anderen Menschen zusammentreffen. Für Risikogruppen sind weiterhin Impfungen gegen die Pneumokokken-Pneumonie oder gegen Hepatitis B ratsam.

Auch an das Thromboserisiko sollte man denken, und zwar nicht vor dem langen Flug, sondern auch vor ausgedehnten Busreisen. Durch Klimaanlagen in den Bussen besteht zudem ein hohes Risiko für virale Infekte, sagte der Reisemediziner.

Beliebt sind in den USA zudem Reisen mit dem Auto. "Alle, die selbst ein Fahrzeug steuern, sollten die Länge der Strecken bedenken. Erfahrungsgemäß planen die meisten viel zu große Entfernungen ein. Aber das Fahren auf den breiten und schnurgeraden Straßen führt leicht zur Übermüdung. Das gilt besonders für die ersten Tage, an denen der Jetlag noch nicht vollständig überwunden ist", warnte Mayer.

Bei Reisen mit dem Wohnmobil sei es strikt zu vermeiden, Wasser aus Frischwassertanks zu trinken.

Zelten sollte man nur in bärensicheren Camps. Picknicks auf dem Boden können gefährlich sein: In bestimmten Regionen, vor allem im Südwesten der USA, kann man sich dabei leicht mit Hanta-Viren oder gar mit Pest-Bakterien infizieren.

Reisende sollten sich vor Tieren wie Waschbären hüten

Ganz wichtig ist ein guter Schutz vor Mücken, die in den USA zum Beispiel West-Nil-Viren übertragen können. Waschbären, Fledermäuse, aber auch Hörnchen wiederum können Tollwut übertragen. Von ihnen sollten sich Touristen fernhalten.

Das Klima in den USA kann extrem sein. So kann man in Alaska schon in den ersten Septemberwochen einen Wintereinbruch erleben, oder man schwitzt im Death Valley, einer der heißesten Regionen der Erde. Auf solche Extreme müssen sich Reisende vorbereiten.

Die Höhenkrankheit kann ebenfalls ein Thema für die medizinische Beratung sein, so Mayer. Zum Beispiel liegt der Great Basin Nationalpark, der sich 234 Meilen von Salt Lake City entfernt befindet, über 3000 Meter hoch.

Bereits ab 2500 Meter kann es zu Höhenkrankheit kommen

Vom Parkplatz aus führen Wanderwege auf den knapp 4000 Meter hohen Wheeler Peak, der Zeltplatz liegt auf 3013 Meter Höhe. "Ab 2500 Meter sollten Bergsteiger mit der Höhenkrankheit rechnen", sagte Mayer.

Weitere Infos etwa beim Centrum für Reisemedizin: www.crm.de

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