Infektionen

Vorsicht vor giftigen Quallen in Australien

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In Australien leben die giftigsten Tiere weltweit, und zwar sowohl an Land als auch im Meer.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Zu den gefährlichsten Meerestieren Australiens zählt die fußballgroße Seewespe (Chironex fleckeri) aus der Klasse der Würfelquallen. Sie tritt vor allem in den Monaten Oktober bis Juni an flachen Sandstränden der nordaustralischen Küste zwischen Broome in Western Australia (NW) und Gladstone in Queensland (NO) auf.

Bei Kontakt mit den bis zu drei Meter langen Tentakeln kann es innerhalb weniger Minuten zu schweren kardiotoxischen Symptomen bis hin zu Atemstillstand und Herzversagen kommen. In den letzten 130 Jahren starben in Australien 67 Menschen an Vergiftungen durch Seewespen.

Ebenfalls an den nördlichen Küsten Australiens kommt die mit der Seewespe verwandte, nur wenige Zentimeter große Irukandji (Carukia barnesi) vor. Nach Vernesselungen treten zunächst undramatische Hauterscheinungen auf. Dann folgen in einem Intervall von etwa 30 Minuten starke Schmerzen in Rücken, Bauch, Brust und Extremitäten, teilweise treten aber auch ernste Herz-Kreislaufsymptome auf.

Kontakt mit Tentakeln der "bluebottle" führt zu starken lokalen Schmerzen

Die portugiesische Galeere (Physalia spp., in Australien auch "bluebottle" genannt) ist sowohl an der atlantischen als auch der pazifischen Küste Australiens beheimatet. An der Ostküste kommt sie besonders in den Monaten November bis März vor. Der Kontakt mit ihren Tentakeln führt zu starken lokalen Schmerzen, auch systemische Wirkungen können auftreten, sind aber seltener tödlich.

Zur Vermeidung von Quallen-Vernesselungen sollten Australien-Reisende in den betroffenen Gebieten Schutzkleidung, sogenannte "Stinger-suits", beim Baden im Meer tragen und nur an bewachten Stränden schwimmen. Kinder sollten nur in Begleitung Erwachsener ins Wasser gehen.

Tentakel vorsichtig mit Pinzette entfernen, nicht mit den Händen

Im Falle einer Quallenvernesselung müssen Verletzte sofort aus dem Wasser geborgen werden, um ein Ertrinken zu verhindern. Bei Würfelquallen-Kontakt sollten Helfer die vernesselten Körperregionen mit Haushaltsessig, der an den meisten Stränden der betroffenen Regionen zur Verfügung steht, übergießen, um verbliebene Nesselkapseln zu inaktivieren.

Bei Verletzungen durch die Portugiesische Galeere ist es besser, die auf der Haut verbliebenen Tentakeln vorsichtig mit einer Pinzette, auf keinen Fall aber mit den bloßen Händen abzuziehen. Bei größerflächigen Vernesselungen, Allgemeinsymptomen und bei Verletzungen von Kindern sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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