Leukämie

Warum die DKMS Spender mit drei Stäbchen testet

Damit Antikörper gegen Cytomegalieviren noninvasiv in einem Abstrich nachweisbar werden, entwickelte die DKMS einen Wangenabstrichtest. Nun erschien ein Paper zur Entwicklung.

Veröffentlicht:
Mit einem dritten Wattestäbchen wird seit 2018 nach Antikörper für Cytomegalieviren gesucht.

Mit einem dritten Wattestäbchen wird seit 2018 nach Antikörper für Cytomegalieviren gesucht.

© Valéry Kloubert

Dresden. Mit drei statt zwei Wattestäbchen testet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) seit 2018 mögliche Spender. Mit dem dritten Stäbchen werden Spender bereits bei der Registrierung auf Antikörper gegen Cytomegalieviren (CMV) untersucht. Nun veröffentlichen die Forscher um Dr. Geoffrey Behrens eine entsprechende Publikation (J Infect Dis 2020; online 5. März).

In dem Paper geht es um die Entwicklung des noninvasiven Tests auf CMV-Antikörper per Wangenabstrich. Der war früher nur per Blutabnahme möglich.

Sensitiverer ELISA-Test

Frühere Tests mit Wattestäbchen waren nicht sensibel genug. „Für die Signale der CMV-Antikörperbestimmung, die wir per Wangenabstrich untersucht haben, war anfangs keine klare Trennung zwischen negativen und positiven Proben erkennbar“, so Behrens, der wissenschaftliche Leiter der Studie, in einer Mitteilung der DKMS.

Das Team um Behrens entwickelte einen speziellen ELISA (Enzyme-Linked ImmunoSorbent Assay)-Test, der an die niedrige CMV-Antikörperkonzentration angepasst ist. Bei mehr als 80 Prozent der Proben fanden Forscher eine Spezifität von 98,6 Prozent und eine Sensitivität von 99,1 Prozent.

Herkömmliche Blutproben wiesen der Studie zufolge eine Spezifität von 96,9 und eine Sensitivität von 97,4 Prozent auf. Bei 15 Prozent der Proben seien keine Aussagen möglich, weil zu wenig Material an den Stäbchen ist oder die Ergebnisse im nicht eindeutigen Messbereich sind.

Zwischenschritt entfällt

Wer sich bei der DKMS als potenzieller Spender registrieren möchte, erhält heute nicht mehr zwei, sondern drei Wattestäbchen für den Wangenschleimhautabstrich. Mit zweien werden die HLA-Merkmale ermittelt, mit dem dritten der CMV-Status, teilt die DKMS mit.

Da das Cytomegalievirus bei immunsupprimierten Spenderempfängern ohne Antikörper zu Infektionen führen kann, muss ein Spender vor der Transplantation auf CMV getestet werden. Früher konnte der Test erst nach einer Vorauswahl durch den Arzt stattfinden. Der Test via Wattestäbchen macht diesen Zwischenschritt unnötig und spart somit Zeit. (eb)

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Illustration zeigt die Spikes von SARS-CoV-2. Links die britische, in der Mitte die brasilianisch und rechts die südafrikanische Variante. In diesem Bild sind die Atome der Spikes zu erkennen –über 20.000. Auf der Hülle des Virus befinden sich typischer Weise 40 solcher Spikes. Keine der hier gezeigten Farben trifft die Realität, denn die Virenstruktur ist nur aus Schwarzweiß-Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop nachzuempfinden. Grafik erstellt von Maximilian Schönherr am 19. April 2021

© Maximilian Schönherr / picture alliance

COVID-19-Symptome bei B.1.1.529

Corona-Variante Omikron verursacht wohl starke Müdigkeit

Je länger die Krise dauert, desto rauher scheint mitunter das Klima an entscheidenden Stellen des Pandemiemanagements zu werden.

© Edler von Rabenstein / stock.adobe.com

Corona-Ärger

BKA: Zunehmende Angriffe auf Ärzte durch Impfgegner