RKI-Tipps

Was bei Säuglingen und Kleinkindern auf Reisen zu beachten ist

Bevor Eltern mit kleinen Kindern auf Reisen gehen, sollten sie zuvor mögliche medizinische Risiken abwägen. In Sachen Impfungen hat das RKI kürzlich Empfehlungen publiziert.

Von Anne BäurleAnne Bäurle Veröffentlicht:
Kleinkind auf Reisen: Breit indiziert sind etwa die Reiseimpfungen gegen Meningokokken und Typhus.

Kleinkind auf Reisen: Breit indiziert sind etwa die Reiseimpfungen gegen Meningokokken und Typhus.

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Berlin. Säuglinge und Kleinkinder unter fünf Jahren sind gefährdeter, durch Pathogene schwer zu erkranken als ältere Kinder, erinnert das Robert Koch-Institut (RKI) in seiner Publikation „Empfehlungen zu Reiseimpfungen“. Daher sollten Ärzte vor einer Reise gemeinsam mit den Eltern das Risiko abwägen.

Was es bei fünf Infektionskrankheiten je nach Alter der Kinder zu beachten gilt, hat das RKI zusammengefasst.

Sollte aufgrund eines Aufenthalts eine Gelbfieberimpfung nötig sein, so sei darauf zu achten, dass diese bei Kindern unter sechs Monaten aufgrund des gehäuften Auftretens neurologischer Komplikationen kontraindiziert ist. Die meisten Länder verlangen bei Säuglingen unter neun Monaten keinen Impfnachweis.

Nur in Ausnahmefällen (etwa bei einem Ausbruch) dürfe die Impfung im Alter von sechs bis neun Monaten gegeben werden, so das RKI. Eine Impfung ab einem Alter von neun Monaten sei aber immer zu bevorzugen.

Zu anderen Lebendimpfungen sollte ein mindestens vierwöchiger Abstand eingehalten werden. In Bezug auf die Koadministration von Impfstoffen empfiehlt das RKI: „Die gleichzeitige Gabe von Gelbfieber- und anderen Lebendimpfstoffen ist theoretisch durchführbar und kann bei Zeitdruck erfolgen, sollte aber möglichst vermieden werden.“

Wenn die Gelbfieberimpfung im Alter von unter zwei Jahren erfolgt ist, könne bei Kleinkindern nicht von einem lebenslangen Schutz ausgegangen werden. Bei Expositionsrisiko müsse daher erneut geimpft werden.

Bei entsprechender Indikation sollten Kleinkinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr auch gegen Hep A geimpft werden. Auch wenn Kleinkinder selbst meist nicht schwer erkranken, ist diese Impfung laut RKI bei Indikation zu empfehlen, da Kinder die Viren über längere Zeit ausscheiden und nach Rückkehr Ausbrüche verursachen können.

Das RKI merkt zudem an: „Nicht allen Eltern ist bewusst, dass besonders Kinder, die im Nicht-Endemieland aufgewachsen sind, für einige in den jeweiligen Ländern endemische Infektionskrankheiten keine Immunität besitzen, zum Beispiel gegen Hep A.“

Relevant sei auch die Impfung gegen Meningokokken, hier könne die Indikation breit gestellt werden. Das RKI schreibt: „In Deutschland lebende Kinder sollten gemäß STIKO gegen Men C geimpft sein. Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos sollten Säuglinge, Kleinkinder (und Jugendliche) bei Langzeitaufenthalt oder wenn Freunde oder Verwandte in Endemiegebieten besucht werden und vor Reisen in den Meningitisgürtel statt der Standardimpfung gegen Men C einen Men  ACWY-Konjugatimpfstoff erhalten.“

Auch die Indikation für die präexpositionelle Tollwut-Impfung könne bei Kleinkindern wegen der wirksamen und gut verträglichen Vakzine großzügig gestellt werden. Hier gilt keine Altersbeschränkung, die Impfung ist ab Geburt möglich.

Ebenfalls breit indiziert sei die Typhusimpfung. Allerdings muss beachtet werden, dass der orale Typhusimpfstoff erst ab fünf Jahren verabreicht werden kann. Der parenterale Typhusimpfstoff ist ab zwei Jahren zugelassen.

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