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Welche Phyto-Dermatika helfen bei Kontaktekzemen?

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Ein Kollege fragt im Internet: Welche Möglichkeiten gibt es, bei einem Kontaktekzem mit pflanzlichen Wirkstoffen etwas auszurichten?

Professor Jürgen Reichling: Kontaktekzeme können einmal durch Allergene (allergisches Kontaktekzem) und zum anderen durch Haut irritierende Stoffe (toxisches Kontaktekzem) hervorgerufen werden. Daher steht im Vordergrund einer jeden therapeutischen Strategie zunächst die Erkennung und Meidung der infrage kommenden Allergene oder irritierenden Stoffe.

Nach der vorhandenen Datenlage können Phyto-Dermatika zur äußeren Anwendung eine durchaus sinnvolle Ergänzung zu einer Therapie mit Glukokortikoiden sein. Die Therapie richtet sich dabei nicht nach den Ursachen des Ekzems, sondern im Wesentlichen nach der Verlaufsform oder nach den symptomatischen Beschwerden.

Da die Behandlung des Ekzems stadiengerecht erfolgen sollte, kommt der jeweiligen Darreichungsform große Bedeutung zu. Hier ist der Rat eines erfahrenen Dermatologen oder Apothekers unerlässlich.

Wässrige und wässrig-alkoholische Zubereitungen aus Heilpflanzen werden bevorzugt in Form von Bädern, Teilbädern, Umschlägen, Salben, Cremes und Pasten eingesetzt. Die infrage kommenden Heilpflanzen zeichnen sich durch ein breites Wirkungsprofil aus.

Sie besitzen zumeist entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle, granulations- und wundheilungsfördernde sowie sekretionshemmende Eigenschaften. Gerbstoffhaltige Pflanzendrogen werden hierbei bevorzugt eingesetzt, wie zum Beispiel Zubereitungen aus Eichenrinde, Odermennigkraut, schwarzen und grünen Teeblättern, Walnussblättern sowie Hamamelisrinde und Hamamelisblättern.

Bewährt haben sich auch Zubereitungen aus Spitzwegerichkraut, die eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen sowie Zubereitungen aus Kamillenblüten, die sowohl entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle als auch granulations- und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen.

Von Hamamelisrinde und -blättern sowie Kamillenblüten gibt es Fertigarzneimittel in Form von Cremes und Salben sowie von Extrakten für Bäder, Teilbäder und Umschläge. Vom Ballonrebenkraut sind Salben und Cremes verfügbar, die eine 10-prozentige homöopathische Urtinktur als Wirkstoff enthalten.

In klinischen Beobachtungsstudien konnte eine gute Verträglichkeit und eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden.

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