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Weniger Eisenmangel nach spätem Abnabeln

NEU-ISENBURG (eb). Muss es rasch gehen, oder sollte man sich Zeit lassen mit dem Abnabeln? Babys, bei denen nach der Geburt die Nabelschnur erst nach etwa drei Minuten abgeklemmt wird, haben einen besseren Eisenstatus als Kinder, die rasch abgenabelt werden.

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Ein Effekt, der selbst vier Monate später noch nachweisbar ist und mit keinerlei Risiken erkauft werden muss. Das ist das Ergebnis einer randomisierten kontrollierten Studie aus Schweden (BMJ 2011; 343: d7157).

Die schwedischen Forscher untersuchten an 400 Neugeborenen, die nach einer problemlosen Schwangerschaft zum errechneten Geburtstermin zur Welt kamen, Vor- und Nachteile eines späteren Abnabelns (= 180 Sekunden nach der Geburt) im Vergleich zum sofortigen Abklemmen der Nabelschnur (= 10 Sekunden nach der Geburt).

Die erste Untersuchung erfolgte direkt nach der Geburt, die nächsten ein bis sechs Stunden später, zwischen 48 und 72 Stunden und schließlich noch eine nach vier Monaten. Zudem analysierten die Forscher das Nabelschnurblut sowie Blutproben, die nach zwei Tagen und vier Monaten entnommen wurden.

Früh abgenabelt, eher eine Anämie

Ergebnis: Zwei Tage nach der Geburt litten deutlich mehr Babys, die rasch abgenabelt wurden, an einer Anämie als solche, die später vom plazentaren Blutfluss getrennt wurden (1,2 Prozent versus 6,3 Prozent).

Dieser protektive Effekt hielt auch vier Monate später noch an. Zwar war die Hämoglobinkonzentration in beiden Studiengruppen vergleichbar, jedoch nicht der Eisengehalt.

So lag der Ferritin-Gehalt in der 180-Sekunden-Gruppe im Durchschnitt 45 Prozent höher (117 µg/l versus 81 µg/l), und deutlich weniger Kinder in dieser Gruppe hatten einen Eisenmangel (0,6 Prozent versus 5,7 Prozent).

Das Abwarten scheint dabei keine Risiken für das Kind zu bergen: Weder respiratorische Symptome noch Polyzythämien oder Hyperbilirubinämien waren in der 180-Sekunden-Gruppe häufiger zu beobachten.

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