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Sind Hypertoniker auch mit drei Medikamenten nicht gut einstellbar, sollte man genauer hinschauen.

Von Simone Reisdorf

"Für Patienten ab 55 Jahre mit systolischem Blutdruck über 160 mmHg würde ich von Anfang an eine Therapie mit ACE-Hemmer plus Kalziumantagonist favorisieren und bei Bedarf zusätzlich ein Diuretikum geben." Dies sagte Professor Lars Christian Rump aus Düsseldorf. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sei die Reihenfolge ACE-Hemmer plus Diuretikum, eventuell plus Kalziumantagonist, günstiger. "Bei kardialen Problemen kann noch ein Betablocker hinzukommen, überhaupt ist die Therapie abhängig von den Begleiterkrankungen", so Rump.

Helfen nachgewiesenermaßen auch drei oder mehr Antihypertensiva (darunter ein Diuretikum) nicht, spricht man von therapierefraktärer Hypertonie. "Fast immer lassen sich ein oder mehrere Gründe dafür finden", betonte Privatdozent Oliver Vonend, auch aus Düsseldorf. Außer suboptimaler Therapie, Medikamenten-Interaktionen, mangelnder Compliance, Pseudo- und Weißkittelhypertonie nannte er den extrazellulären Volumenüberschuss, gegen den man mit Diuretika behandeln könne.

"Zudem darf nicht vergessen werden, dass bei mindestens jedem zehnten Hypertoniker der Bluthochdruck sekundär ist, also organische Ursachen hat", so Vonend. Er nannte die drei häufigsten dieser Ursachen: "Mehr als 80 Prozent der nicht einstellbaren Hochdruckpatienten haben eine Schlaf-Apnoe", so Vonend. Die Behandlung erfolge mit nächtlicher Überdruckbeatmung per C-PAP.

"Eine hochgradige, mehr als 50-prozentige Nierenarterienstenose wird bei 20 Prozent der therapierefraktären Hypertoniker gefunden", führte er weiter aus. "Sie ist im Farbdoppler-Ultraschall gut darstellbar und wird mit einer Angioplastie behandelt." Ebenfalls jeder fünfte nicht einstellbare Hochdruckpatient leide unter einem primären Hyperaldosteronismus (Morbus Conn). Dieser wird durch Bestimmung des Aldosteron/Renin-Quotienten nach Kochsalzbelastung ermittelt und per MRT/CT bestätigt. Die Therapie richtet sich nach der konkreten Ursache — oft ein Adenom oder eine Hyperplasie in der Nebenniere. "Diese Patienten haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko und sollten frühzeitig behandelt werden", sagte Vonend.

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