Direkt zum Inhaltsbereich

Wetterfühligkeit

Wetter nur indirekt schuld an Gelenkschmerzen

Veröffentlicht:
Warmes Wetter lädt zu mehr Bewegung ein – und das fördert Gelenkschmerzen.

Warmes Wetter lädt zu mehr Bewegung ein – und das fördert Gelenkschmerzen.

© Robert Kneschke / Fotolia

SEATTLE. Beeinflusst das Wetter Gelenkschmerzen? Ja, meinen Orthopäden von der University of Washington – aber anders, als oft gedacht: Zwar steige mit den Temperaturen auch die Zahl der Suchanfragen im Internet nach Knie- oder Hüftschmerzen. Grund dafür sei jedoch, dass sich Menschen schlicht mehr bewegten und teils überanstrengten (PLoS One 2017; 12(8): e0181266, DOI: 10.1371/journal.pone.0181266).

Die Forscher setzten in ihrer Analyse exakte Wetterdaten aus 45 amerikanischen Städten in Bezug dazu, wie viele Menschen Wörter wie "Gelenkschmerzen" googelten. Es zeigte sich: Zunächst stiegen die Suchanfragen mit den Temperaturen stetig an, über 20 Grad nahmen sie allerdings wieder ab – ebenso bei Niederschlag. Infos zu Kniebeschwerden waren demnach bei 23 Grad am häufigsten nachgefragt, zu Hüftschmerzen bei 28 Grad.

Zum Vergleich: Die Internet-Suche nach "Bauchschmerzen" war bei milden Temperaturen besonders gering, die nach "Arthritis" zeigte keinen klaren Zusammenhang mit dem Wetter.

In Deutschland sehen Wissenschaftler die Studie kritisch. "Sie zeigt Korrelationen, aber sagt nichts über kausale Einwirkungen", so Professor Marcus Schiltenwolf von der Uniklinik Heidelberg. Es fehlten sämtliche Bezüge zum Alter und vor allem zum Fitness-Grad der Betroffenen.

"Das ist eine Verzerrung dessen, was Bewegung leisten kann." Bewegung sei wichtig und sinnvoll, wenn man sie öfter und auch regelmäßig betreibe. Eine Wetterlage, auf die Menschen besonders empfindlich mit Gelenkschmerzen reagieren, gibt es seiner Einschätzung nach nicht. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Lesetipps
Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Viele Gespräche, sich viel Zeit nehmen – das setzt eine Suizidassistenz voraus.

© Lumos sp / stock.adobe.com

Begleitetes Sterben

Suizidassistenz gewinnt Bedeutung in deutschen Hausarztpraxen