Inflammation

Wie Sport das Herz schützt

Dass körperliche Aktivität das Herz schützt, ist bekannt. Ein Team hat jetzt untersucht, welche Rolle antientzündliche Stoffwechselveränderungen dabei spielen.

Veröffentlicht: 17.10.2019, 15:55 Uhr

Berlin. Entzündungsvorgänge im Körper erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine neue Studie, die bei den Herztagen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Berlin präsentiert wurde, weist darauf hin, dass körperlich fitte Menschen weniger Entzündungsmarker im Blut haben und somit besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt sind.

Bei chronischen systemischen Entzündungen ist das Immunsystem bekanntlich dauerhaft aktiviert und setzt inflammatorische Substanzen frei. Die aktuelle Studie hat ergeben, dass der Entzündungszustand, gemessen anhand des Biomarkers hs-CRP (hochsensitives C-reaktives Protein), hinsichtlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen prognostisch bedeutsam ist. Bereits niedrige Entzündungswerte unterhalb der Werte, wie sie bei klinisch manifesten Entzündungen gemessen werden, sind demnach als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen zu bewerten.

Das Team um Dr. Kirsten Lehnert von der Uni Greifswald untersuchte bei fast 1500 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern zwischen 20 und 81 Jahren den Zusammenhang zwischen körperlicher Leistungsfähigkeit und Entzündungsmarkern im Blut. Die körperliche Fitness der Teilnehmer beurteilten die Forscher mithilfe eines Belastungstests mit Atemgasmessung auf dem Fahrradergometer.

Je höher die maximale Sauerstoffaufnahme war, desto fitter war auch der Proband. Ein Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme um 100 ml war signifikant mit um 4,5 Prozent niedrigeren hs-CRP-Werten und einer um 1 Prozent niedrigeren Anzahl an Leukozyten assoziiert. Andere Entzündungsmarker ergaben ähnliche Zusammenhänge. „Wir konnten zeigen, dass eine höhere körperliche Leistungsfähigkeit mit weniger systemischer Inflammation assoziiert ist“, resümierte Lehnert.

Die Ergebnisse lassen Lehnerts Ansicht nach vermuten, dass die weit verbreitete Bewegungsarmut in der Bevölkerung nicht nur eine schlechte körperliche Fitness, sondern auch höhere Entzündungswerte begünstige, und so zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könne. „Der Einfluss von Botenstoffen und anderen Faktoren im Rahmen einer Entzündungsreaktion auf das kardiovaskuläre Risiko sollte aber noch genauer analysiert werden“, so Lehnert. (sj)

Mehr zur Kardiologie unter www.kardiologie.org

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