Windpocken: Immer wieder Ausbrüche, weil Schutz fehlt

BERLIN (eis). Die Windpocken-Impfung wird in Deutschland noch nicht ausreichend angenommen. Die Folge sind Ausbrüche in Kindertagesstätten. Für einen guten Schutz ist besonders die zweite Impfdosis wichtig, belegen neue Studiendaten.

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Sieben aktuelle Windpocken-Ausbrüche in Tagesstätten haben Forscher um Dr. Michaela Spackowa vom Robert-Koch-Institut in Berlin ausgewertet (Vaccine 28, 2010, 686).

1084 Kinder mit einem medianen Alter von vier Jahren besuchten diese Einrichtungen. Von 632 Kindern mit Daten zum Impfstatus waren nur knapp zwei Drittel mindestens einmal gegen Varizellen geimpft.

Auch nach (unvollständiger) Impfung erkrankten viele Kinder: So bekamen nach einer Analyse von den Geimpften 13 Prozent und von den Ungeimpften 31 Prozent Windpocken. Allerdings war die Dauer der Krankheit bei Geimpften (7 Tage Läsionen) im Mittel deutlich kürzer als bei den Ungeimpften (9 Tage) und die geimpften Kinder erkrankten weniger schwer. Komplikationen wurden nicht registriert. Die Schutzwirkung der Impfstoffe betrug nach nur einer Dosis 62 Prozent und nach zwei Dosen 94 Prozent. "Wir empfehlen dringend die Bemühungen zu erhöhen, um in Deutschland die Impfraten zumindest bei einer Dosis des Windpocken-Impfstoffs zu erhöhen", mahnen die Forscher.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die erste Windpockenimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten. Dabei kann auch ein Kombinations-Impfstoff Masern, Mumps, Röteln, Varizellen eingesetzt werden. Die zweite Dosis wird im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen und sollte frühestens vier bis sechs Wochen nach der ersten Dosis erfolgen. Bei Ungeimpften bis 18 Jahre ohne Varizellen-Anamnese ist die Impfung nachzuholen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Engagement gegen Windpocken!

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