Gynäkologie

Zahl der Frühgeburten steigt

MÜNCHEN (sto). Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bei der medizinischen Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen in Deutschland gibt es auch einige Bereiche, die Gynäkologen und Geburtshelfern zunehmend Sorgen bereiten. So steigt die Zahl der Frühgeburten seit Mitte der 90er Jahre und liegt inzwischen bei etwa neun Prozent.

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Derzeit kommen jährlich etwa 63 000 Kinder als Frühgeborene zur Welt, davon etwa 12 000 vor der 32. Schwangerschaftswoche, berichtete der Epidemiologe Dr. Wolf Kirschner von der Gesellschaft "Forschung, Beratung und Evaluation" an der Charité in Berlin bei einer Pressekonferenz in München.

Besorgnis erregend sei auch die nach wie vor hohe Zahl der Fehlgeburten. Bei jährlich etwa 840 000 Schwangerschaften treten schätzungsweise 140 000 Fehlgeburten vor der 22. Schwangerschaftswoche auf, berichtete Kirschner. Unverändert hoch sei mit drei Prozent auch die Zahl der Babys, die mit Fehlbildungen zur Welt kommen. Betroffen sind jährlich etwa 21 000 Kinder.

Hauptursache für diese Entwicklung sei das steigende Alter der Frauen bei der ersten Schwangerschaft, erklärte der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, Professor Joachim W. Dudenhausen. Vor diesem Hintergrund sei bereits vor sieben Jahren das Programm "BabyCare" entwickelt und in die Schwangerenvorsorge eingeführt worden.

An dem Projekt beteiligen sich nach Dudenhausens Angaben inzwischen mehr als 1000 niedergelassene Frauenärzte, 40 Zentren für Kinderwunschbehandlungen und 140 Krankenkassen als Kooperationspartner. Mit "BabyCare" sei es gelungen, die Frühgeburtenrate bei den Teilnehmerinnen auf etwa sieben Prozent zu senken. Mit einem neuen Programm "planBaby" werde nun eine weitere Senkung der Frühgeburtenrate angestrebt, berichtete Dudenhausen. Erreicht werden soll dies durch eine gezielte präkonzeptionelle Gesundheits- und Ernährungsberatung. Ein wesentliches Hilfsmittel soll dabei ein gleichnamiges Handbuch sein, das im Juli in den Buchhandel kommt und das sich an Paare wendet, die sich ein Kind wünschen.

Weitere Infos: www.baby-care.de und www.planbaby.de

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