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Zehn Jahre ohne Polio

BERLIN (eis). Seit zehn Jahren ist die WHO-Region Europa offiziell poliofrei. Bis heute leiden in Deutschland aber Zehntausende an Spätfolgen der Krankheit, dem Postpoliomyelitischen Syndrom (PPS).

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Schluckimpfung: In vielen Ländern die Waffe gegen Polio.

Schluckimpfung: In vielen Ländern die Waffe gegen Polio.

© Matiullah Achakzai / epa / dpa

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es in Deutschland geschätzte 50.000 PPS-Betroffene.

In der Regel tritt PPS nach einer stabilen Phase von mindestens 15 Jahren nach Infektion auf, so das RKI. Ursache sei vermutlich eine Schädigung der Motoneuronen.

Typisch sind geschwächte Gliedmaßen, die an alte Polioinfektionen erinnern können.

Noch in den frühen 60er Jahren waren jährlich in der damaligen Bundesrepublik bis zu 4000 Menschen an Polio erkrankt und Hunderte daran gestorben.

Durch Impfprogramme konnte Europa vor zehn Jahren - am 21. Juni 2002 - für poliofrei erklärt werden.

Impfung auch in der Bundesrepublik

"Der letzte Poliofall in der WHO-Region Europa wurde 1998 aus der Türkei gemeldet", sagt Dr. Sabine Diedrich vom RKI. Den letzten Poliofall in Deutschland gab es 1990.

Im Jahr 1992 wurden noch zwei Erkrankungen importiert: aus Indien und Ägypten.

In den 90er Jahren gab es zudem bis zu drei Fälle von Impfpolio jährlich; die Schluckimpfung (Lebendimpfstoff) wird daher in Deutschland seit 1998 nicht mehr empfohlen, es wurde auf die Totimpfung gewechselt.

In Deutschland muss unbedingt weiter gegen Polio geimpft werden, so Diedrich. Ausbrüche in Tadschikistan 2010 und China 2011 verdeutlichen, dass die Krankheit leicht wieder eingeschleppt werden kann.

Mit Material von dpa

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