Tuberkulose

Zellulärer Infektionsweg bei Tb beschrieben

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HAMBURG. Wissenschaftlern um den Molekularbiologen und Biochemiker Professor Thomas Marlovits ist es gelungen, den molekularen Aufbau eines Membrankanals zu beschreiben, der bei einer Tb-Infektion eine wichtige Rolle spielt, berichtet das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das Team hat die molekulare Struktur eines sogenannten Typ-7 Sekretionssystems (T7SS) rekonstruiert (Nat Microbiol 2017; online 10. April). Dabei handelt es sich um einen Komplex aus vier Eiweißen in der Zellmembran von Mykobakterien. Mit seiner Hilfe scheiden die Bakterien Giftstoffe aus. "Mit unserer Arbeit konnten wir zeigen, dass es sich hierbei um ein neuartiges architektonisches Prinzip handelt – und damit einhergehend wahrscheinlich auch um einen bislang unbekannten molekularen Transport-Mechanismus", wird Marlovits, der Professor für Struktur- und Systembiologie bakterieller Infektionserreger am UKE ist, in der Mitteilung des Klinikums zitiert. "Es gibt einen sehr geordneten Kernbereich, in dessen Mitte sich wahrscheinlich ein Kanal befindet, und einen Bereich mit flexiblen Molekülarmen, die ins Plasma der Zellen ragen und vermutlich wie Kraken-Tentakel nach den zu transportierenden Molekülen greifen." Ziel der Forscher sei es, die Funktionsweise der beschriebenen Transportsysteme im Detail zu verstehen, um den Transportprozess mit geeigneten Medikamenten hemmen zu können.

Um die Struktur der 28 Nanometer breiten Transportsysteme aufklären zu können, verwendeten die Wissenschaftler ein Kryo-Elektronenmikroskop mit einer eigens entwickelten Software.(eb)

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