Epidemie im Kongo

Zweitschwerster Ebola-Ausbruch der Geschichte

Experten der WHO sind alarmiert: Die aktuelle Ebola-Epidemie im Ost-Kongo ist inzwischen die zweitschwerste in der Geschichte. Über 400 Menschen sind infiziert.

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GENF. „Das ist ein Meilenstein, den niemand erreichen wollte“, erklärte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Bislang haben sich in der Provinz Nord-Kivu rund um die Großstadt Beni nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums 426 Menschen mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert, 245 Patienten erlagen der Krankheit. Bei der bisher folgenschwersten Ebola-Epidemie in Westafrika kamen 2014/2015 mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Die Eindämmung des gefährlichen hämorrhagischen Fiebers gestaltet sich in Nord-Kivu besonders schwierig, weil in dem rohstoffreichen Gebiet mehrere Milizen und bewaffnete Gruppen aktiv sind. Die US-Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) warnte daher: „Ein langwieriger Ausbruch ist sehr wahrscheinlich, und das Ende ist einfach nicht in Sicht.“

Die aktuelle Epidemie wurde im August offiziell bekannt gegeben, begann aber schon etliche Wochen früher. Der Ausbruch übertrifft inzwischen auch eine Epidemie in Uganda 2000-2001, bei der es WHO-Angaben zufolge 425 wahrscheinliche Erkrankungen und 224 Todesfälle gab.

Experten warnten, die Fixierung auf Fall- und Todeszahlen könne den Blick verstellen auf die schrecklichen Szenen, die sich vor Ort abspielten. „Wir wissen, dass diese Zahlen nicht abstrakt sind, sondern bittere Todesfälle und trauernde Familien oder sogar den Tod ganzer Familien repräsentieren“, erklärte WHO-Sprecher Tarik Jašarevic. (dpa)

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