Personalausfälle wegen Corona

160 Beschäftigte der Westküstenkliniken auf einen Schlag in Quarantäne

Das Ringen um neue Quarantäneregeln ist kein Planspiel. Massive Personalausfälle im Corona-Hotspot Dithmarschen zeigen am Beispiel der Westküstenkliniken, wie dringend notwendig ein Handlungsrahmen für betroffene Krankenhäuser ist.

Veröffentlicht:
Das Westküstenklinikum in Brunsbüttel ist von Personalausfällen wegen Corona betroffen.

Das Westküstenklinikum in Brunsbüttel ist von Personalausfällen wegen Corona betroffen.

© picture alliance / dpa | Wolfgang Runge

Heide. Sprunghaft gestiegene Infektionszahlen im Kreis Dithmarschen haben zu steigenden Personalausfällen in den Westküstenkliniken (WKK) Heide und Brunsbüttel geführt.

Ausgelöst durch die bislang geltenden Quarantänebestimmungen mussten dort am 5. Januar mehr als 160 Beschäftigte trotz Impfung zuhause bleiben, weil sie Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten. Weitere 40 Mitarbeiter fehlen dem WKK, weil sie mit dem Corona-Virus infiziert sind.

Das WKK hat deshalb mit dem Gesundheitsamt des Kreises ein Vorgehen entwickelt, um Mitarbeiter vor Ablauf der bislang vorgegebenen Quarantänefrist wieder einsetzen zu können.

So kann die Quarantäne gebrochen werden

Dafür müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Mitarbeitende ist nicht selbst infiziert, sondern nur Kontaktperson;
  • der Kontakt liegt nicht im eigenen Haushalt;
  • frühestens am fünften Tag nach dem Kontakt wird ein PCR-Test abgenommen;
  • bei negativem Testergebnis kann das WKK für den Mitarbeiter beim Gesundheitsamt Quarantäne ersetzende Maßnahmen beantragen;
  • nach Genehmigung können die Mitarbeiter unter Vollschutz eingesetzt werden. Diese Mitarbeiter dürfen ausschließlich zur Arbeit erscheinen, müssen danach aber wieder in die häusliche Quarantäne zurück.

Stationen geschlossen, elektive Behandlungen verschoben

Die ersten sieben Mitarbeiter der Westküstenkliniken wurden nach diesem Schema bereits wieder eingesetzt, für weitere ist der Einsatz beantragt. Das WKK hatte über den Jahreswechsel bereits Stationen wegen Personalausfalls geschlossen und planbare Behandlungen verschoben.

WKK-Geschäftsführer Dr. Martin Blümke sieht derzeit keine Entspannung der Lage in Sicht. Aktuell werden dort 19 Patienten mit oder wegen einer Corona-Infektion versorgt, zwei davon intensivmedizinisch. Laut RKI hat der Kreis Dithmarschen mit 656 am 5. Januar (siehe nachfolgende Karte) die bundesweit höchste Sieben-Tages-Inzidenz. (di)

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Vergleich der Kreise

In Flensburg ist die Lungenkrebs-Prävalenz am höchsten

Schleswig-Holstein

Rettungsplan für imland-Kliniken steht

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis