Aufruf des Krebsregisters

Ärzte in NRW sollen Krebserkrankungen melden

Die KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe und die Landesregierung appellieren an niedergelassene Ärzte in NRW, jeden Krebspatienten an das Krebsregister zu melden – und betonen den großen Nutzen.

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„Jede Meldung zählt“: Unter diesem Motto startet das Landeskrebsregister NRW eine Informationskampagne für niedergelassene Ärzte.

„Jede Meldung zählt“: Unter diesem Motto startet das Landeskrebsregister NRW eine Informationskampagne für niedergelassene Ärzte.

© Jan-Peter Kasper / dpa

Bochum. Die niedergelassenen Ärzte in Nordrhein-Westfalen erhalten in den nächsten Wochen Post vom Landeskrebsregister (LKR NRW). Unter dem Motto „Jede Meldung zählt“ informiert das LKR gemeinsam mit Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sowie den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe über die Krebsregistrierung im ambulanten Bereich. Ziel ist es, möglichst viele Ärzte für das elektronische Meldeverfahren zu gewinnen.

In NRW gibt es seit 2016 ein integriertes epidemiologisch-klinisches Krebsregister. Alle Ärzte, die Patienten mit einer Krebserkrankung behandeln, sind zur Meldung verpflichtet. Dafür müssen sich Praxen und Kliniken beim LKR registrieren lassen und für die Teilnahme am Meldeverfahren autorisiert werden.

Das Register hat ein Melderportal entwickelt, das den Ärzten die Nutzung möglichst einfach machen soll.

Kennzahlen für das Qualitätsmanagement

Mit der Informationskampagne und der Broschüre „Praxiswissen Krebsregister“ möchte das LKR die Niedergelassenen über den weitreichenden Nutzen der Krebsregistrierung informieren, erläutert Geschäftsführer Dr. Andres Schützendübel.

„Dazu zählen die Durchführung von Qualitätskonferenzen sowie die einrichtungsbezogenen Rückmeldungen bezüglich der Daten- und Versorgungsqualität.“ Damit liefere das Register wichtige Kennzahlen für das interne Qualitätsmanagement in den Praxen und Einrichtungen, sagt er.

In jedem Regierungsbezirk in NRW betreuen Qualitätssicherungsteams die Melder aus Klinik und Praxis und organisieren beispielsweise Qualitätszirkel. Ärzte, die regelmäßig Daten liefern, erhalten eine Meldungsübersicht und Auswertungsunterlagen.

Größtes Krebsregister in Deutschland ist in Bochum

Das LKR wird nach eigenen Angaben Ende 2020 nahezu alle vom GKV-Spitzenverband geforderten 43 Förderkriterien erfüllt haben. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen regelhaft den Registerbetrieb finanzieren.

Die Bochumer Einrichtung ist mit 18 Millionen Bewohnern im Einzugsgebiet das größte epidemiologische und klinische Krebsregister in Deutschland. 2019 sind dort knapp 1,8 Millionen Meldungen eingegangen. Darunter waren mehr als 754.200 Erstmeldungen, jeweils rund die Hälfte Diagnose- und Pathologiemeldungen. Von den 1,0 Millionen Folgemeldungen waren 780.000 zum Therapieverlauf und 237.000 zu Sterbefällen.

Bundesweit „einmaliger Datenschatz“

“Der Ärztliche Leiter Professor Andreas Stang sieht im LKR einen „deutschlandweit einmaligen Datenschatz“, der es ermögliche, auch bei seltenen Krebserkrankungen epidemiologische und klinisch-epidemiologische Fragestellungen mit großen Fallzahlen zu beantworten.

„Darüber hinaus erlaubt die Verfügbarkeit von Pathologiebefunden eine sehr viel bessere Subtypisierung der Krebserkrankungen, als es in Krebsregistern ohne Pathologiebefunde möglich ist“, sagt er. Deshalb liefen zurzeit Projekte zu Subtypen von Hautlymphomen, Mundbodenkarzinomen, Urothelkarzinomen und Dickdarmkrebs. (iss)

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