Brandenburg

Ärzte ins Land holen: 2020 gab KVBB zehn Millionen Euro dafür aus

Auf der Suche nach neuen Ärzten für Brandenburg hat die KV tief in die Tasche gegriffen. Die Zahl der Praxen ist auch gestiegen, die Überalterung der Ärzte bleibt jedoch ein Problem.

Benjamin LassiweVon Benjamin Lassiwe Veröffentlicht:
Die KVBB hat sich in der Pandemie auch um Schutzartikel (Masken, Desinfektionsmittel) für die Praxen gekümmert.

Die KVBB hat sich in der Pandemie auch um Schutzartikel (Masken, Desinfektionsmittel) für die Praxen gekümmert.

© Soeren Stache / dpa

Potsdam. Brandenburgs Kassenärztliche Vereinigung (KVBB) hat im Jahr 2020 mehr als zehn Millionen Euro ausgegeben, um neue Ärzte nach Brandenburg zu holen. Das geht aus dem aktuellen Versorgungsbericht der KVBB hervor, den diese am Mittwoch veröffentlichte.

„Vertragsärzte, die eine Praxis übernehmen wollen, unterstützen wir derzeit in 20 Förderregionen mit einem Investitionskostenzuschuss für die eigene Praxis bis zu 30 .000 Euro und einem Sicherstellungszuschlag bis zu 25 .000 Euro“, heißt es in dem Bericht. Insgesamt helfe die KV neu niedergelassenen Vertragsärzten mit bis zu 55 .000 Euro, um im Land Brandenburg Fuß zu fassen. Auch die Anstellung eines Arztes bei einem niedergelassenen Vertragsarzt oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) werde in Förderregionen mit einem Investitionskostenzuschuss bis zu 30 .000 Euro unterstützt. Allein dafür seien im Jahr 2020 Zuschüsse in Höhe von 600 .000 Euro geflossen.

Organisation der Schutzausrüstung

Einen Schwerpunkt legt der Versorgungsbericht auch auf die Leistung der KV in der Corona-Pandemie: So wurden etwa zwei Millionen FFP2-Masken und 11 .000 Liter Desinfektionsmittel verwaltet und an 3200 Praxen verteilt. Auch heute könnten Ärzte und Psychotherapeuten weiterhin über ein Online-Portal der KVBB Schutzausrüstung bestellen und in die Praxen geschickt bekommen.

„Unser Fokus liegt jetzt auf den Corona-Impfungen in unseren Arztpraxen“, heißt es in dem Bericht. „Denn dort gehören sie hin.“ Das Impfen sei Tagesgeschäft für Haus- und Fachärzte. „Ähnlich wie bei der jährlichen Grippeimpfung wird es notwendig sein, den Corona-Impfschutz regelmäßig aufzufrischen“, heißt es in dem Text. „Schnell und wohnortnah geht das nur in den Haus- und Facharztpraxen.“

Problem: Überalterung der Ärzte

Die Zahl der Praxen in Brandenburg ist indes weiter gestiegen: Während es 2010 noch 2847 Arztpraxen im Land gab, waren es 2020 insgesamt 3012. Die Zahl der MVZ stieg von 32 im Jahr 2005 auf 116 im vergangenen Jahr. Mittlerweile hat mit der Gemeinde Baruth auch erstmals eine Kommune die Trägerschaft eines MVZ übernommen. Ein Problem in Brandenburg bleibt dagegen die Überalterung der niedergelassenen Ärzteschaft: 34,7 Prozent aller Hausärzte und 30,2 Prozent aller Fachärzte sind älter als 60 Jahre alt.

Der Vorstandsvorsitzende der KVBB, Dr. Peter Noack, mahnte unterdessen bessere Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung an. „Damit wir auch zukünftig die ambulante Versorgung gewährleisten können, benötigen wir die richtigen Rahmenbedingungen sowie die Unterstützung von und die Kooperation mit Landes- und Bundespolitik“, sagte Noack. „Dazu zählt unter anderem, dass wir eng in den Aufbau der neuen medizinischen Fakultät in Cottbus einbezogen werden und die ambulante Medizin integraler Bestandteil des Studiums wird.“

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