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Vertreterversammlung

Corona und Telematik – Niedersachsens Ärzte verzweifeln

Corona-Pandemie und die Bürokratie gehen Hand in Hand“, kritisiert der KVN-Vorstandsvorsitzende Barjenbruch. Auch der Überfall auf die Ukraine macht Sorgen.

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Mark Barjenbruch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen warnt vor extremer Anspannung in der Ärzteschaft.

Mark Barjenbruch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen warnt vor extremer Anspannung in der Ärzteschaft.

© Sebastian Gollnow/dpa

Hannover. Überlastung aber keine Wertschätzung. Die Ärztinnen und Ärzte in den rund 12 .000 Arzt- und Psychotherapiepraxen in Niedersachsen seien extrem angespannt und frustriert, sagte der Vorstand der KV Niedersachsen auf der digitalen Vertreterversammlung am vergangenen Freitag. Corona-Wellen, schlecht funktionierende Telematikinfrastruktur (TI) und überbordende Bürokratie machen den Praxen das Leben schwer.

„Die Corona-Pandemie und die Bürokratie gehen dabei Hand in Hand“, kritisierte KVN-Vorstandsvorsitzender, Mark Barjenbruch. „Zu mehreren Corona-Wellen, fehlender Schutzausrüstung und fehlendem Impfstoff kommen noch 16 Coronavirus-Testverordnungen, 16 Impfverordnungen und 36 niedersächsische Corona-Verordnungen hinzu. Keiner blickt mehr durch“.

Fehlende Unterstützung bei TI

Der KV-Chef kritisierte vor allem die fehlende Unterstützung der Ärztinnen und Ärzte bei der TI in den Praxen. Die Kartenzahlung im Supermarkt sei längst Alltag. Davon sei die TI in den Praxen aber weit entfernt. Es gibt technische Umsetzungsprobleme und mangelnde Supportleistungen bei der eAU und beim eRezept. „Die Digitalisierung bringt zurzeit nur den Krankenkassen, Arbeitgebern und der IT-Industrie etwas. Die TI muss vom ‚Kopf auf die Füße‘ gestellt werden“, so Barjenbruch.

KVN-Vize Dr. Jörg Berling, verwies auf die Leistungen der Praxen während der Pandemie. 8,6 Millionen Corona-Impfungen, zwei Millionen Corona-Tests und zusätzlich 2,7 Millionen Grippeschutzimpfungen in Niedersachsen seien der Beweis für die Leistungskraft der Praxen. „Leider haben die Praxen und die Praxisteams dafür keine echte Wertschätzung durch die Politik erfahren“, so Berling.

Resolution gegen russischen Angriff

„Wir wollen die Niederlassung wieder attraktiver machen. Unnütze Bürokratie muss entfallen, Regeln müssen für Klarheit sorgen und nicht ins Chaos führen, die TI muss die Arbeit in den Praxen erleichtern und nicht erschweren. Die Tätigkeit als Arzt und Psychotherapeut zum Wohle des Patienten muss wieder im Fokus stehen“, sagte Berling auf der VV.

Wie andere Organe der Selbstverwaltung auch, hat die KVN auf ihrer Sitzung eine Resolution gegen den Ukraine-Krieg verabschiedet: Mit Erschrecken sehe die Vertreterversammlung der KVN die Entwicklung der Lage in Osteuropa. Die russische Regierung unter der Führung von Präsident Putin beginne 77 Jahre nach dem 2. Weltkrieg einen neuen Landkrieg in der Ukraine, mitten in Europa, mit unabsehbaren Folgen für die Menschen – auch in der medizinischen Versorgung. „Wir sorgen uns darum, dass es zu großen Leiden der ukrainischen Bevölkerung kommen wird. Die Vertreterversammlung bekennt sich im Namen aller Mitglieder, den rund 14 .700 Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, zur Forderung: Es darf keinen Krieg mehr geben.“ (cben)

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