„iGOBSIS“

Ein Portal hilft Ärzten bei der Versorgung von Gewaltopfern

Ein neues Portal des Instituts für Rechtsmedizin an der Uni Düsseldorf bietet Ärzten in NRW, die Gewaltopfer versorgen müssen, Hilfe.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 28.01.2020, 14:12 Uhr
Ein Portal hilft Ärzten bei der Versorgung von Gewaltopfern

Viele Gewalttaten, insbesondere Vergewaltigungen, geschehen nachts.

© Jürgen Fälchle / stock.adobe.com

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen soll ein flächendeckendes System aufgebaut werden, das Ärzten in Klinik und Praxis Hilfe bei der Versorgung von Opfern einer Gewalttat bietet.

Im Zentrum steht dabei das webbasierte Dokumentations- und Informationsportal „iGOBSIS“. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf sucht Ärztinnen und Ärzte, die das System nutzen wollen.

Gerichtsfest dokumentieren

„iGOBSIS“ steht für „Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem“. Es unterstützt die ärztlichen Nutzer bei der gerichtsfesten elektronischen Befunddokumentation, der Spurensicherung und der Beratung der Betroffenen.

Das im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums entwickelte System ist von 300 Ärzten erfolgreich erprobt worden und soll jetzt weiterentwickelt und flächendeckend ausgerollt werden. Das Folgeprojekt „iGOBSIS-pro“ wird für drei Jahre vom Gesundheitsministerium gefördert.

Vor allem Kinikärzte gesucht

Dabei mitmachen sollen vor allen Dingen Gynäkologen, aber auch Allgemeinmediziner und Pädiater können sich beteiligen. Da viele Gewalttaten, insbesondere Vergewaltigungen, nachts geschehen und die Opfer dann ins Krankenhaus gehen, macht die Arbeit mit „iGOBSIS“ vor allen in Kliniken Sinn, sagt Melanie Siegel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projektes.

Aber manche Frauen wenden sich lieber an den ihnen bekannten niedergelassenen Gynäkologen, erläutert sie. „Wir wünschen uns, dass alle Gynäkologen mitmachen.“

Rechtsmediziner stehen zur Seite

Die Teilnahme ist für die Ärzte kostenfrei. Sie werden in der Anwendung von „iGOBSIS“ geschult und vom Institut für Rechtsmedizin mit den notwendigen Spurensicherungssets ausgestattet.

Das Institut übernimmt auch den Transport und die Archivierung der Asservate. Zudem stehen die Rechtsmediziner bei schwierigen Fällen rund um die Uhr für eine Beratung zur Verfügung. (iss)

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