„iGOBSIS“

Ein Portal hilft Ärzten bei der Versorgung von Gewaltopfern

Ein neues Portal des Instituts für Rechtsmedizin an der Uni Düsseldorf bietet Ärzten in NRW, die Gewaltopfer versorgen müssen, Hilfe.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Viele Gewalttaten, insbesondere Vergewaltigungen, geschehen nachts.

Viele Gewalttaten, insbesondere Vergewaltigungen, geschehen nachts.

© Jürgen Fälchle / stock.adobe.com

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen soll ein flächendeckendes System aufgebaut werden, das Ärzten in Klinik und Praxis Hilfe bei der Versorgung von Opfern einer Gewalttat bietet.

Im Zentrum steht dabei das webbasierte Dokumentations- und Informationsportal „iGOBSIS“. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf sucht Ärztinnen und Ärzte, die das System nutzen wollen.

Gerichtsfest dokumentieren

„iGOBSIS“ steht für „Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem“. Es unterstützt die ärztlichen Nutzer bei der gerichtsfesten elektronischen Befunddokumentation, der Spurensicherung und der Beratung der Betroffenen.

Das im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums entwickelte System ist von 300 Ärzten erfolgreich erprobt worden und soll jetzt weiterentwickelt und flächendeckend ausgerollt werden. Das Folgeprojekt „iGOBSIS-pro“ wird für drei Jahre vom Gesundheitsministerium gefördert.

Vor allem Kinikärzte gesucht

Dabei mitmachen sollen vor allen Dingen Gynäkologen, aber auch Allgemeinmediziner und Pädiater können sich beteiligen. Da viele Gewalttaten, insbesondere Vergewaltigungen, nachts geschehen und die Opfer dann ins Krankenhaus gehen, macht die Arbeit mit „iGOBSIS“ vor allen in Kliniken Sinn, sagt Melanie Siegel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projektes.

Aber manche Frauen wenden sich lieber an den ihnen bekannten niedergelassenen Gynäkologen, erläutert sie. „Wir wünschen uns, dass alle Gynäkologen mitmachen.“

Rechtsmediziner stehen zur Seite

Die Teilnahme ist für die Ärzte kostenfrei. Sie werden in der Anwendung von „iGOBSIS“ geschult und vom Institut für Rechtsmedizin mit den notwendigen Spurensicherungssets ausgestattet.

Das Institut übernimmt auch den Transport und die Archivierung der Asservate. Zudem stehen die Rechtsmediziner bei schwierigen Fällen rund um die Uhr für eine Beratung zur Verfügung. (iss)

Mehr zum Thema

Gesundheitskongress des Westens

KBV-Chef Gassen fordert: Vergütungsreform muss die Patienten einbeziehen

Gesundheitskongress des Westens

NRW droht bei Klinikreform mit Gang zum Bundesverfassungsgericht

Das könnte Sie auch interessieren
Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Seltene Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Künstliche Intelligenz gilt auch in der Medizin als Schlüsseltechnologie, mit deren Hilfe zum Beispiel onkologische Erkrankungen stärker personalisiert adressiert werden könnten.

© Kanisorn / stock.adobe.com

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weniger Rezidive

Hustenstiller lindert Agitation bei Alzheimer

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen forderte am Mittwoch beim Gesundheitskongress des Westens unter anderem, die dringend notwendige Entbudgetierung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte müsse von einer „intelligenten“ Gebührenordnung flankiert werden.

© WISO/Schmidt-Dominé

Gesundheitskongress des Westens

KBV-Chef Gassen fordert: Vergütungsreform muss die Patienten einbeziehen