Kommentar zu Stroke Units im Norden

Geordnete Übergabe

Stroke Units auszubauen, ist eine sehr gute Idee. Wichtig ist aber auch, dass die Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter gut versorgt werden.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Die Politiker in Schleswig-Holstein haben gerade bewiesen, dass sie trotz Pandemie die Versorgung anderer Patienten nicht aus dem Blick verlieren. Wenn künftig mehr Schlaganfallpatienten in Stroke Units versorgt werden, ist dies ein Erfolg.

Erfreulich ist, dass die Politik weiteres Potenzial für Verbesserungen zumindest im Blick hat – nun muss an dieser Stelle aber auch gehandelt werden. Denn besonders bei der Schnittstelle vom stationären in den ambulanten Sektor gibt es bei Schlaganfallpatienten Defizite, die ausgeräumt gehören. Patienten dürfen nach einem Schlaganfall nicht mehr aus der Klinik entlassen werden nur mit dem Hinweis, sich an den Hausarzt zu wenden. Unterstützung für das konkrete weitere Vorgehen? Fehlanzeige.
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Ein geordnetes Überleitungsmanagement muss für Schlaganfallpatienten Standard sein. Lotsen, in welcher Funktion und von welcher Organisation auch immer getragen, müssen grundsätzlich unterstützend zur Seite gestellt werden.

In Schleswig-Holstein gibt es seit Jahren einen von Betroffenen und Angehörigen gegründeten gemeinnützigen Schlaganfall-Ring, der mit seiner Arbeit auf solche Defizite aufmerksam macht, der sie zum Teil auch durch eigenes Engagement abstellt – dessen Möglichkeiten aber naturgemäß begrenzt sind. Die Politiker kennen diese Defizite und sähen sie gerne abgestellt. Nun müssen sie für diese wichtige Phase der Versorgung Rahmenbedingungen für verbindliche Lösungen schaffen. Sonst läuft man Gefahr, Patienten in der ersten Akutphase mit hohem Aufwand zu retten, die man anschließend durch mangelnde Organisation und fehlende Betreuung doch verliert.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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