Rheinland-Pfalz

Gesundheitsminister Hoch über Versorgung: Innovativ ist wichtiger als preiswert

Im Idealfall ist das Gesundheitssystem innovativ, attraktiv und wohnortnah, findet Clemens Hoch, Gesundheitsminister in Rheinland-Pfalz. Er hält große Stücke auf sein Bundesland – nicht nur wegen BioNTech.

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Wie kann die Gesundheitsversorgung der Zukunft attraktiv und gleichzeitig preiswert gestaltet werden?, lautete das Motto des Jahresempfangs 2021 der Techniker Krankenkasse Rheinland-Pfalz.

Virtueller Jahresempfang 2021 der TK RLP, (von links) Jörn Simon, Moderator und Leiter der TK-Landesvertretung RLP, Dr. Sierk Poetting, operativer Geschäftsführer des Pharmaunternehmens BioNTech SE, Clemens Hoch, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz und Thomas Ballast, Vizechef der TK.

© screenshot tk

Mainz. Wie kann die Gesundheitsversorgung der Zukunft attraktiv und gleichzeitig preiswert gestaltet werden?, lautete das Motto des Jahresempfangs 2021 der Techniker Krankenkasse Rheinland-Pfalz. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) konnte sich damit nicht anfreunden und meinte vielmehr, sein Anspruch sei ein innovatives, attraktives und wohnortnahes Gesundheitssystem für Rheinland-Pfalz zu etablieren.

„Wir haben eine Vision, wie wir mit einer völlig neuen Technologie Alterskrankheiten und Krebs bekämpfen können“, meinte Hoch mit Blick auf das Mainzer Unternehmen BioNTech, dass bekanntlich den ersten mRNA Impfstoff gegen Corona erfand. An dieser Technik wird bereits seit über zwanzig Jahren geforscht.

Individuelle Mittel gegen Krebs

Der COVID-Impfstoff ist erst einer der Früchte dieser Forschungsarbeit. Während man bei dem COVID-Impfstoff Massen produziere, würden gegen Krebs sehr kleine, auf den einzelnen Patienten individuell hergestellte Mittel produziert, erklärte Dr. Sierk Poetting, operativer Geschäftsführer des Pharmaunternehmens BioNTech SE.

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Auch auf die Johannes Gutenberg Universitätsmedizin Mainz setzt Hoch große Stücke. Und viele Unternehmen – wie etwa auch das Biotechnologieunternehmen Noscendo GmbH – arbeiten mit der Unimedizin zusammen. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich innerhalb kürzester Zeit über 1000 Erreger im Blut identifizieren lassen.

Damit ist eine schnellere und gezielte Therapie bei Patienten möglich, erklärt Dr. Peter Haug, Mitgründer und Strategievorstand von Noscendo. Neben der TK RLP ist mittlerweile auch die IKK Südwest eingestiegen und unterstützt Noscendo.

„Wir haben ein gutes stationäres und ambulantes System“, sagte Hoch. Dennoch gebe es Lücken, in Zukunft müsse Durchlässigkeit zwischen den Sektoren her. „Wir schauen uns dafür jede Region an“, meinte Hoch und loten auch die Möglichkeiten der Digitalisierung aus. Hier verwies Hoch auf das „erfolgreiche Projekt Telemedizinische Assistenz“. Eine Betreuung müsse nicht immer durch einen Arzt erfolgen.

RLP als Vorbildampel?

Die vorhandenen Ressourcen, sagte Thomas Ballast, TK-Vizechef, müssen im Interesse der Patienten genutzt werden. Es müssten dort, wo keine Klinik vorhanden sei, Ärzte sein, die zum Beispiel Patienten auch mal überwachen könnten.

Und wenn keine Ärzte da seien, müsste die Klinik einspringen. Rheinland-Pfalz habe Vorbildcharakter – auch, weil die Ampel hier sehr gut funktioniere. (ato)

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