Hessen

Gute Noten für die Hausärzte im Rhein-Main-Gebiet

Eine Umfrage der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main zeigt hohe Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen. Auch der Arztberuf ist wieder attraktiver geworden.

Von Christoph BarkewitzChristoph Barkewitz Veröffentlicht:
Gute Noten bescheinigen die Menschen im Rhein-Main-Gebiet den dortigen Hausärzten.

Gute Noten bescheinigen die Menschen im Rhein-Main-Gebiet den dortigen Hausärzten.

© Sebastian Gollnow / dpa / picture alliance

Frankfurt/Main. Über den Erfolg politischen Handelns in der Corona-Pandemie wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren teils heftig gestritten. Siehe Bürgertests, Impfkampagnen und Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2.

Anders sieht es offenbar bei der Beurteilung der Leistungen im Gesundheitswesen in der Pandemie aus. Gemäß einer neuen Umfrage des Vereins Gesundheitswirtschaft Rhein-Main (gwrm) wird durchweg Zufriedenheit mit Ärzten, Kliniken und Pflege geäußert.

Wie schon in den vorangegangenen „Bevölkerungsbefragungen“ in den Jahren 2019 und 2020 schnitten auch dieses Mal die Haus- und Fachärzte am besten ab. Die Allgemeinmediziner erhielten dabei die Note 2,3 (wie schon 2020), die Fachärzte die Note 2,4, eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Punkte.

Gesundheitsberufe haben an Attraktivität gewonnen

Bessere Noten gab es auch in der Pflege und für die Krankenhäuser. Ambulante Pflegedienste konnten sich von zuvor 2,8 im Jahr 2019 auf jetzt 2,7 steigern, stationäre Pflegeheime machten einen noch größeren Sprung von 3,3 (2019) auf 3,0. Für die Kliniken gab es die Schulnote 2,5 (2020: 2,6; 2019: 2,8).

Die gwrm hat dazu 1000 Menschen über 18 Jahre im Rhein-Main-Gebiet befragt. Dabei beschränkt der Verein seine Grenzen nicht auf Hessen, sondern dehnt sich auch ins rheinland-pfälzische Rheinhessen und ins bayerische Unterfranken aus. Zu den rund 200 Mitgliedern gehören Ärzte, Krankenhäuser, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen, Versicherungen, Verbände, Kammern, Kommunen und Forschungseinrichtungen.

Erfreulich ist eine offensichtlich wieder stärkere Attraktivität von Berufen im Gesundheitswesen, nachdem diese in der 2020er-Befragung überall gesunken war. So halten 84 Prozent der Befragten den Beruf des Arztes/Zahnarztes für attraktiv (2020: 82 Prozent), 82 Prozent sagen dies für dem Apotheker-Stand (2020: 78 Prozent). Und auch Pflegeberufe konnten – wenngleich auf niedrigem Niveau – ordentlich zulegen: von 29 auf 37 Prozent.

Digitale Versorgungsangebote kommen besser an

Deutlich an Akzeptanz gewonnen haben während der Pandemie digitale Versorgungsangebote. So bezeichneten jetzt 67 der Befragten die Videosprechstunde als nützlich, was vor zwei Jahren nur knapp jeder zweite so sah. Digitale Therapieangebote konnten ihren Zuspruch im Zweijahreszeitraum von 66 auf 72 Prozent steigern, Gesundheits-Apps und Wearables von 70 auf 74 Prozent.

Auch wenn die elektronische Patientenakte im Ansehen um einen Punkt auf 86 Prozent eingebüßt hat, so zeigt sich die gwrm doch von der hohen Akzeptanz vor allem bei den älteren Generationen überrascht. Demnach begrüßen 90 Prozent der über 60-Jährigen die ePA – zehn Prozent mehr als bei den 18- bis 29-Jährigen.

Ähnlich beim Wunsch nach digitalem Austausch mit Arzt oder Krankenkasse: 85 Prozent der Ü-60er können sich das vorstellen, 79 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. „Das Argument, dass die ältere Generation bei der Digitalisierung abgehängt werden könnte, hat als Begründung gegen den technologischen Fortschritt also ausgedient“, so gwrm-Vorstand Stefan Grüttner.

Angesichts der erwarteten Finanzierungslücke im Gesundheitssystem setzen die Befragten vor allem auf eine stärkere Kontrolle der Arzneimittelpreise (85 Prozent) und einen höhren Steuerzuschuss des Bundes (82 Prozent). Erwartbar unpopulär sind hingegen höhere Krankenkassenbeiträge (69 Prozent dagegen), die Wiedereinführung der Praxisgebühr (70 Prozent) oder eine Einschränkung des Leistungskataloges der GKV (72 Prozent).

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