Virusverbreitung

Hessen erforscht Corona-Geschehen in Kitas

Welchen Anteil haben Kinder an der Verbreitung von SARS-CoV-2? Forscher der Frankfurter Goethe-Universität wollen dies herausfinden – und 1500 Kinder über Wochen hinweg auf deren Viruslast testen.

Von Christoph Barkewitz Veröffentlicht: 03.06.2020, 15:43 Uhr
Hessen erforscht Corona-Geschehen in Kitas

60 Kindertagesstätten über ganz Hessen verteilt wurden für die Studie „Safe-KiDS“ ausgewählt. Jeweils 25 Kinder und deren Erzieher sollen wöchentlich per Nasen-Rachen-Abstrich auf SARS-CoV-2 getestet werden. (Symbolbild)

© Andreas Arnold/dpa

Wiesbaden. Das hessische Sozialministerium will untersuchen lassen, welchen Anteil Kinder an der Verbreitung von SARS-CoV-2 haben. Dazu soll im Juni die Studie „SAFE-KiDS“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für medizinische Virologie der Goethe-Universität Frankfurt in 60 Kindertagesstätten starten, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Das Land als Auftraggeber steuert 270.000 Euro bei.

Die 60 Kitas seien quer über ganz Hessen verstreut und repräsentativ ausgewählt, die regionale Auswahl orientiere sich an den sechs Versorgungsgebieten der Krankenhausplanung, erläuterte Klose. Aus jeder Kita sollen 25 Kinder ausgesucht werden plus deren jeweilige Erzieher, ergänzte Institutsleiterin Professor Sandra Ciesek.

Teilnahme für Kitas, Eltern und Kinder ist freiwillig

Insgesamt wolle man 1500 Kinder einmal wöchentlich untersuchen, so Ciesek. Die Teilnahme der Kitas wie auch der Kinder und Eltern erfolge freiwillig. Die Kita-Träger seien kontaktiert, im Moment warte man auf deren Zustimmung.

Für den Fall, dass unter den ausgewählten Kindertagesstätten manche nicht mitmachen wollen, seien bereits Ersatzkitas bestimmt. „Wir wollen unbedingt auf 60 kommen“, sagte die Virologin.

Wenn alle Genehmigungen vorliegen, sollen nächste Woche die ersten Tests beginnen. Grundsätzlich sollen Eltern die wöchentlichen Rachenabstriche vornehmen, dazu werde ihnen eine Video-Anleitung an die Hand gegeben, so Ciesek. Medizinstudenten bereiteten derzeit die Verteilung der Teströhrchen vor und stünden auch den Eltern helfend zur Seite.

Studie auf acht bis zwölf Wochen ausgelegt

„Wir wollen untersuchen, ob es in den KiTa-Gruppen zu Infektionen mit dem Virus kommt und ob wir mit dieser Methode eventuelle Ausbrüche schneller erkennen können, sagte Ciesek. Die erhobenen Daten aus den Kitas würden mit der Ausbreitung des Virus in der entsprechenden Region verglichen, um mehr über die Beteiligung kleiner Kinder an der Infektionsausbreitung zu erfahren.

Die Studie ist auf einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen ausgelegt, Zwischenauswertungen sind geplant.

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