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Hessen will flächendeckend Telenotarztsystem einführen

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Rettungssanitäter des DRK-Kreisverbands Gelnhausen-Schlüchtern machen ihren Rettungswagen nach einem Einsatz wieder fit. Hessen testet bereits seit Ende 2018 im Main-Kinzig-Kreis ein Telenotarztsystem. Dabei entscheidet die Besatzung des Rettungswagens am Einsatzort, wann eine telemedizinische Beratung nötig ist.

Rettungssanitäter des DRK-Kreisverbands Gelnhausen-Schlüchtern machen ihren Rettungswagen nach einem Einsatz wieder fit. Hessen testet bereits seit Ende 2018 im Main-Kinzig-Kreis ein Telenotarztsystem. Dabei entscheidet die Besatzung des Rettungswagens am Einsatzort, wann eine telemedizinische Beratung nötig ist.

© Arne Dedert/picture alliance

Wiesbaden. Hessen will landesweit ein einheitliches Telenotarztsystem einführen. Wie das Sozialministerium in Wiesbaden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte, werden seit Anfang 2022 in mehreren Arbeitsgruppen die technischen sowie organisatorischen Rahmenbedingungen mit Expertinnen und Experten beraten. Dabei gehe es etwa darum, in welchen Fällen und auf welche Art der Einsatz eines Telenotarztes oder einer Telenotärztin sinnvoll ist und wie die Einsätze am besten koordiniert werden. Zudem werde mit der Landesärztekammer geklärt, welche Qualifikation ein Telenotarzt haben sollte.

Hessen testet bereits seit Ende 2018 im Main-Kinzig-Kreis und seit Mai 2019 im Kreis Waldeck-Frankenberg ein Telenotarztsystem, wie das Sozialministerium erläuterte. Bei dem Pilotprojekt entscheide die Besatzung des Rettungswagens am Einsatzort, wann eine telenotärztliche Beratung notwendig oder sinnvoll ist. Dann trete das Team eigenständig mit einem Telenotarzt in Kontakt. Der Standort des Arbeitsplatzes des Mediziners oder der Medizinerin sei dabei theoretisch frei wählbar.

Zentrale kann sonstwo sein

Im Rahmen der Pilotprojekte würden manche Einsätze in Hessen beispielsweise durch eine Telenotarzt-Zentrale im nordrhein-westfälischen Aachen geleitet, erklärte das Ministerium. „Das ist technisch ebenso möglich wie die Bearbeitung der Einsätze durch einen eigenen Telenotarzt-Arbeitsplatz im Main-Kinzig-Kreis.“ Mit dem System könnten unter anderem Vitaldaten des Patienten übermittelt werden oder der Arzt über Video mit der Rettungswagenbesatzung kommunizieren.

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Laut Ministerium gibt es in Hessen ein weiteres Telenotarzt-Pilotprojekt, das technisch nicht ganz so aufwendig sei. Bei „Telemedizin im Rettungsdienst in Mittelhessen“ werden auch Vitaldaten durch das EKG an einen Telenotarzt oder eine Telenotärztin übertragen. Die Kommunikation laufe derweil jedoch über ein Smartphone, im Rettungswagen ist keine Kamera verbaut. EKG steht für Elektrokardiographie, damit kann die Funktion des Herzens überprüft werden. (dpa)

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