Niedergelassene vs. Universitätskliniken

KV Hessen kritisiert Post-COVID-Ambulanzen

Die hessischen Unikliniken leisteten „keine kurative Behandlung“ in ihren Post-COVID-Ambulanzen. Das wirft ihnen die Kassenärztliche Vereinigung Hessen vor.

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Wiesbaden. Die KV Hessens sieht die Post-COVID-Ambulanzen der hessischen Universitätskliniken kritisch. „Aus KV-Sicht haben wir es hier eher mit einem Geschäftsmodell der Unikliniken zu tun. Diese profitieren davon, dass gerade medizinische Laien oft glauben, Unikliniken könnten in der Regelversorgung irgendetwas besser als die Regelversorger“, teilte die KV auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Auch eine Uniklinik koche „nur mit Wasser“, in den Ambulanzen finde „keine kurative Behandlung“ statt. Es stelle sich daher die Frage, „ob das überhaupt sinnvoll ist“. Inzwischen hätten aber auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Erfahrungen mit Long-COVID.

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„Man könnte auch fragen, was denn eine Medizinerin oder ein Mediziner einer Uniklinik mehr oder besser können soll als zum Beispiel eine Allgemeinmedizinerin oder ein Internist mit 25 Jahren Berufserfahrung.“

Rund 40 000 Menschen in Hessen könnten nach Schätzung der Frankfurter Post-COVID-Ambulanz so stark an den Folgen einer Corona-Infektion leiden, dass sie medizinische Hilfe suchen. Die Universitätskliniken in Frankfurt und Gießen/Marburg haben spezielle Anlaufstellen für diese Patienten. Ein Angebot speziell für Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf Post-COVID hat jetzt das Kinderzentrum am Klinikum Kassel auf den Weg gebracht. (dpa)

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Kommentare
Olga Platzer 29.07.202209:46 Uhr

Es wäre sehr schön, die KV prüft auch, ob ihre Mitglieder dem Versorgungsanspruch genügen, den sie hier postuliert. Mir sind zahlreiche Fälle von Patienten mit Post-COVID bekannt, denen die Hausärzte jegliche Diagnostik verweigert haben, da nicht im Budget. So wird für teure Cortisolspiegel gerne mal an den Rheumatiker verwiesen, welcher einen Termin erst in einigen Monaten anbietet. Oder es werden kognitive Symptome bei jungen Menschen mit "psychosomatisch" abgestuft und eine Überweisung zum Neurologen komplett verweigert. Was soll also die Kritik? Es ist doch hinlänglich bekannt, dass Termine beim Facharzt lange Wartelisten haben. Wenn die Symptome dann so unspezifisch sind, wie es bei Post-COVID der Fall ist, dann landet der Patient in der Wartezeiten-Triage gerne mal auf dem letzten Platz. Hier sollte die KV mal ihr eigenes System kritisieren. Mit Patientenorientierung hat es nämlich nichts mehr zu tun.

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