Statistisches Bundesamt

Keine Übersterblichkeit mehr durch Corona

Die aktuell wenigen Todesfälle durch COVID-19 treiben die Sterberate nicht mehr nach oben, berichtet Destatis. Die Sterberate habe sich in Deutschland seit Anfang Mai wieder normalisiert.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:
Friedhof in Coronazeiten: Besonders viele COVID-19-Sterbefälle gab es Anfang April.

Friedhof in Coronazeiten: Besonders viele COVID-19-Sterbefälle gab es Anfang April.

© zwehren/stock.adobe.com

Wiesbaden. Vom 16. März bis 10. Mai (KW 12 bis 19) sind in diesem Frühjahr in Deutschland mindestens 7755 mehr Menschen gestorben als im Mittel der Jahre 2016-19. Das berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Mitteilung. Inzwischen habe sich die Sterberate trotz der Corona-Pandemie bei uns aber wieder normalisiert, so das Amt.

Destatis hat die gemeldeten Sterbezahlen in den einzelnen Frühjahrswochen mit den jeweils vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten COVID-19-Todesfällen abgeglichen. Danach starben in der 12. KW (16. bis 22. März) 161 Menschen mit laborbestätigter COVID-19. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in dieser Woche damit noch im Durchschnitt der vier Vorjahre, so Destatis.

Höchste Sterberate in der zweiten Aprilwoche

Den Angaben zufolge gab es aber von der 13. bis zur 18. KW (23. März bis 3. Mai) deutlich höhere Sterbefallzahlen. Die Abweichung vom Vierjahresschnitt war in der 15. KW (6. bis 12. April) mit 2371 Todesfällen am größten (plus 13 Prozent). Auch die Zahl der vom RKI gemeldeten COVID-19-Todesfälle erreichte mit 1718 in dieser Woche den Höchststand.

Für die 19. Kalenderwoche (4. bis 10. Mai) seien nun keine auffällig erhöhten Sterbefallzahlen mehr festzustellen, so Destatis. Nach den Angaben lag die Zahl der Todesfälle in dieser Woche etwa zwei Prozent unter dem Vierjahresschnitt. Allerdings: Die Zahl kann sich durch Nachmeldungen noch leicht erhöhen, sodass der Durchschnitt noch erreicht oder geringfügig überschritten werden kann, berichtet das Amt. Und: „Die Phase einer zeitweisen Übersterblichkeit scheint damit nach aktuellem Stand beendet“.

Insgesamt gab es nach RKI-Angaben vom 16. März bis 10. Mai 7775 COVID-19-Todesfälle, Sterbefallzahlen lagen in dieser Zeit nach Destatis mindestens 7755 Fälle über dem Durchschnitt (plus 5 Prozent).

Übersterblichkeit im Vergleich zu Europa relativ gering

Im europäischen Vergleich war das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering, berichtet Destatis. Das Statistische Amt Frankreichs beispielsweise weist für den Zeitraum vom 1. März bis zum 20. April gegenüber 2019 eine um 27 Prozent erhöhte Sterblichkeit aus. Das nationale Statistische Amt Italiens (Istat) berichtet sogar von einer um 49 Prozent erhöhten Sterbefallzahl für den März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.

Die nationalen Statistischen Ämter Belgiens, Großbritanniens, der Niederlande, Österreichs, Portugals, Schwedens, der Schweiz und Spaniens stellten ebenso erhöhte Sterbefallzahlen fest. In vielen Ländern wurde der bisherige Höchststand bereits überschritten. In einigen Ländern werden mittlerweile wie in Deutschland keine erhöhten Sterbefallzahlen mehr beobachtet. Überhaupt keine auffälligen Veränderungen zu den Vorjahren wurden bislang beispielsweise aus Norwegen und Tschechien berichtet.

Ein genauer Abgleich mit den Daten in Deutschland ist allerdings schwierig: Die Angaben der genannten Staaten beruhen nämlich auf den jeweiligen nationalen Methoden und zeitlichen Abgrenzungen der Daten. Zum Teil beziehen sie sich auf das Meldedatum und nicht auf den tatsächlichen Todestag. Auch die Anteile fehlender Meldungen sind unterschiedlich und hängen stark von der Nähe zum aktuellen Datum ab.

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