Berlin

Kliniken: Von der Pandemie viel gelernt

Die Corona-Pandemie hat den Krankenhausalltag stark verändert. Klinikärzte nennen vier Grundvoraussetzungen, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Von Madlen SchäferMadlen Schäfer Veröffentlicht:
Ein Vivantes-Standort in Berlin.

Ein Vivantes-Standort in Berlin. Bei der künftigen Planung von Krankenhäusern müsse darauf geachtet werden, dass sie pandemiegerecht seien, fordern Architekten.

© Andreas Gora / picture alliance

Berlin. Die Bilder und Erinnerungen von überlastetem Personal und vollen Intensivbetten in den Kliniken haben sie noch vor Augen: Bei dem Symposium „Krankenhäuser und COVID-19: Lessons learned“, veranstaltet vom Berliner Krankenhauskonzern Vivantes, sprachen unterschiedliche Akteure über ihre Erfahrungen aus der Pandemie.

Vor allem das COVID-Save-Konzept in der Hauptstadt habe sich in großen Teilen bewährt, sagte Martin Matz, Staatssekretär für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. „Das ist schon etwas, was man sich merken kann“, fand er.

Pandemie-Konzept schon beim Bau

Es waren vier Grundvoraussetzungen, die für die Bewältigung der Pandemie in den Kliniken notwendig waren, erklärte Caroline Isner, Leiterin des Vivantes Zentrum für Infektionsmedizin und Chefärztin. Diese seien: Infrastruktur/Ausstattung, qualifiziertes Personal, Leadership und Kommunikation. „Die Kommunikation ist der Schlüssel für den Erfolg“, fügte Maral Miller, Leiterin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin hinzu.

Die Errichtung des Zentrums für Infektionsmedizin ist eine Konsequenz, die Vivantes aus der Pandemie gezogen hat. An jedem Standort von Vivantes arbeiten im Team ein Apotheker, Hygieniker und eine Infektiologin. „Das Team ist unglaublich motiviert“, sagte Isner.

„Bei der Planung von Bauprojekten müsse daran gedacht werden, dass sie pandemiegerecht sind“, sagte Edzard Schultz. Der Architekt hat das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße sowie drei Impfzentren in Berlin konzipiert. Ähnlich wie Brandschutz oder Barrierefreiheit gehöre ein integriertes Pandemie-Konzept nun ebenfalls dazu.

Kliniken müssten sich spezialisieren, um eine gezieltere Versorgung zu gewährleisten, forderte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands. Das würde zwangsläufig zu einer geringeren Zahl von Kliniken bundesweit führen. Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin, sieht darin finanzielle Vorteile. „Die Krankenhäuser müssen digitalisiert werden. Besser das Geld dafür wird auf weniger Krankenhäuser aufgeteilt.“

Rollt vierte Welle an?

„Wir wissen nicht, was uns die nächsten Wochen bevorsteht“, sagte Staatssekretär Martin Matz. Mit den Impfungen auch bei Klinikpersonal sei aber ein wichtiger Schritt unternommen worden. Womöglich rolle die nächste Corona-Welle bereits auf die Gesellschaft und Krankenhäuser zu. Vielerorts war das Personal monatelang komplett überlastet.

„In der Hochphase der Wellen haben wir auch schon versucht, durch verschiedene Tandem-Lösungen einerseits den Betrieb aufrecht zu erhalten und andererseits hochbelastete Bereiche wenigstens ein bisschen zu entlasten“, sagte Vivantes-Chef Danckert auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“.

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