Niedersachsen

Land fördert Aufbau von Fachkräftepool im Gesundheitsnetz „Genial“

Das Land Niedersachsen unterstützt einen Fachkräftepool, auf den die Mitglieder des Ärztenetzes „Genial“ fallweise zugreifen können. Die Case Manager sollen die Praxen etwa bei Hausbesuchen entlasten.

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Wenn der niedergelassene Arzt den Hausbesuch zeitlich nicht mehr schafft – dann können Case Manager bei der Versorgung von Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf unterstützen. Die niedersächsische Landesregierung unterstützt den Aufbau eines Fachkräftepools, auf den Mitglieder des Ärztenetzes „Genial“ dann zugreifen können.

Wenn der niedergelassene Arzt den Hausbesuch zeitlich nicht mehr schafft – dann können Case Manager bei der Versorgung von Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf unterstützen. Die niedersächsische Landesregierung unterstützt den Aufbau eines Fachkräftepools, auf den Mitglieder des Ärztenetzes „Genial“ dann zugreifen können.

© Jens Büttner / dpa-Zentralbild / dpa

Lingen. Niedersachsens Gesundheitsministerium fördert das Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen („Genial“) mit 114.000 Euro. Das Geld soll nach Angaben von „Genial“ in den Aufbau eines Fachkräftepools fließen, auf den die 71 Ärztinnen und Ärzte des Netzes nach Bedarf zugreifen können. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit.

„Nicht jede Praxis braucht eine ganze Stelle“, begründet Genial-Geschäftsführer Christoph Schwerdt das Konzept. Das Ärztenetz könne zentral medizinische Fachkräfte einstellen und gezielt weiterbilden. Diese stehen dann in Form eines Fachkräftepools zur Verfügung.

Die Fachkräfte erhalten eine Zusatzausbildung und übernehmen zum Beispiel Hausbesuche bei Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf. Beim Ersttermin erheben die Fachkräfte strukturierte Informationen über die vollständige Lebenssituation der Patienten und erstellen einen konkreten Hilfeplan für medizinische, pflegerische und soziale Belange. Sie unterstützen durch Case Management und entlasten damit die Abläufe in den ärztlichen Praxen.

Tatsächlich stehe die ambulante ärztliche Versorgung unter hohem Druck: Fachkräftemangel, andauernde Pandemiebedingungen und zunehmend komplexe Behandlungsbedarfe einer alternden Bevölkerung bringen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte an ihre Grenzen, hieß es.

Bedarf der Ärzte soll ausgelotet werden

Gerade die Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen fordere oft viel Zeit und aufsuchende Unterstützung. Das stellt Arztpraxen mit bereits vollen Wartezimmern vor große Herausforderungen „Derzeit haben wir eine Medizinische Fachangestellte und eine Sozialarbeiterin im Pool angestellt“, sagte Schwerdt der Ärzte Zeitung. „Zunächst wollen wir sehen, wie hoch der Bedarf bei den Ärztinnen und Ärzten tatsächlich ist.“

Das Konzept biete deutliche Vorteile im Unterschied zu bereits länger bestehenden Case Management-Ansätzen: Die Anstellung der Case Manager direkt beim Ärztenetz gewährleistet eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten sowie eine hohe Akzeptanz. Die Ärzte müssen die Fachkräfte nicht selbst anstellen und vollständig auslasten, sondern können punktuell auf den Pool zurückgreifen. Dies sichert eine effiziente Nutzung der Fachkräfte.

Bei erfolgreicher Erprobung könnte ein solches Angebot Modellcharakter für weitere Regionen in Niedersachsen haben.

Genial – das Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen – ist ein 2008 gegründeter und genossenschaftlicher Zusammenschluss von derzeit 71 Haus- und Fachärzten aus Lingen und Umgebung, zu gleichen Teilen Hausärzte und Fachärzte. In Lingen deckt genial etwa 90 Prozent der Primärversorgung im Stadtgebiet ab. (cben)

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