Nordrhein-Westfalen

NRW-Gesundheitsminister Laumann will Corona-Schnelltests ausweiten

Im Zuge der Corona-Testungen Betroffenen rasch Gewissheit geben und dabei die Vertragsärzte entlasten: Nordrhein-Westfalen will Schnelltests forcieren und den Einsatz neuer Lüftungssysteme erleichtern.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht: 30.09.2020, 15:59 Uhr
Ein Zettel für die Kontaktdaten von Gästen liegt in einem Restaurant in Dortmund. Falsche Angaben sollen in Nordrhein-Westfalen mit einem Bußgeld von 250 Euro geahndet werden.

Ein Zettel für die Kontaktdaten von Gästen liegt in einem Restaurant in Dortmund. Falsche Angaben sollen in Nordrhein-Westfalen mit einem Bußgeld von 250 Euro geahndet werden.

© Fabian Strauch/dpa

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen setzt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie große Hoffnungen auf Schnelltests. „Wir brauchen Strukturen und Systeme, mit denen wir den Menschen schnell Gewissheit geben können“, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor Journalisten in Düsseldorf.

Das sei gerade angesichts der bevorstehenden Grippesaison wichtig. Laumann geht davon aus, dass im Laufe des Oktober klar wird, welche Schnelltests die Krankenkassen finanzieren werden. Laumann will sie vor allem in Altenheimen, Behinderteneinrichtungen, Schulen und Kitas einsetzen.

Rund 330.000 Tests pro Woche

Die Schnelltests können seiner Meinung nach dazu beitragen, ein ausreichendes Maß an Sicherheit zu erreichen, ohne die Kapazitäten der niedergelassenen Ärzte zu sehr zu beanspruchen. In NRW werden zurzeit 320.000 bis 330.000 Menschen pro Woche getestet. Darunter sind an den Flughäfen 17.000 bis 23.000 Rückkehrer aus Risikogebieten. Bei ihnen gebe es eine Trefferquote von 2,4 Prozent, berichtete Laumann. „Das ist gut.“

Deshalb werde das Land die Testungen an den Flughäfen, anders als vom Bund empfohlen, bis Ende Oktober fortsetzen. In die verlängerte Corona-Schutzverordnung, die bis 31. Oktober gilt, hat das Land eine Innovationsklausel aufgenommen: Neuartige Lüftungssysteme sollen – sobald sie zertifiziert sind – in Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten stärker berücksichtigt werden. Dann könnten andere Schutzmaßnahmen wie die Abstandsregeln gelockert werden, erläuterte der Minister.

Falscher Name auf Liste kostet 250 Euro

Wer auf Listen zur Rückverfolgung falsche Daten angibt, muss in NRW künftig mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. Die Ordnungsämter werden Restaurants und Kneipen verstärkt kontrollieren, kündigte Laumann an. Er hält es für richtig, sich bei der Anwendung der Corona-Schutzmaßnahmen das lokale Geschehen vor Ort genau anzusehen.

Wenn klar ist, woher hohe Infektionszahlen stammen, sei ein anderes Vorgehen möglich als bei einer diffusen Verbreitung, sagte er. „Ich glaube, dass differenzierte Lösungen die richtigen sind.“

In NRW können die Geschäfte in diesem Jahr in der Adventszeit auch sonntags nachmittags öffnen. Das wird das sonst an den Samstagen übliche Gedränge in den Innenstädten verhindern, hofft Laumann. Weihnachtsmärkte sollen möglich bleiben, wenn die Zugangsregelungen und die Hygienekonzepte stimmen.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es zurzeit 5607 Infizierte. 368 von ihnen werden stationär versorgt, davon 98 auf der Intensivstation, 61 werden beatmet. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 19,3.

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