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COVID-Pandemie

Thüringen: Corona-Pandemie wird Pandemie der Ungeimpften

Thüringen legt eigene Zahlen zu Infektionen mit SARS-CoV-2 und Klinikfällen vor, weist aber auch auf mögliche Ungenauigkeiten der Erfassung hin.

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Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner ruft mit Blick auf die Inzidenzen bei Ungeschützten zur Corona-Impfung auf.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner ruft mit Blick auf die Inzidenzen bei Ungeschützten zur Corona-Impfung auf.

© Martin Schutt/dpa

Erfurt. In Thüringen entwickelt sich die Corona-Pandemie zur Pandemie der Ungeimpften. Darauf deuten Zahlen des Gesundheitsministerium zu den Unterschieden bei Infektionen und Klinikfällen in beiden Gruppen hin, die das Ministeriums errechnet hat und am Freitag erstmals veröffentlichte.

Demnach lag in der Woche vor der Bundestagswahl die Inzidenz bei Ungeimpften bei 113,4 je 100.000 Einwohnern, den Wert bei den vollständig Immunisierten gab das Ministerium mit 11,9 an. Insgesamt hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche bei 56,5 gelegen. Die Hospitalisierungsinzidenz bei Ungeimpften bezifferte das Ministerium mit 3,8, die bei vollständig Geimpften mit 0,8 (Gesamt: 2,2 je 100 000 Einwohner). In den Klinikfällen erfasst sind sowohl Patienten, die wegen als auch solche, die mit COVID-19 in Krankenhäuser behandelt werden.

Impfstatus nicht immer sofort klar

Zur Ermittlung der Anzahl vollständig Geimpfter in der Bevölkerung wurden nach Angaben des Ministeriums die Zahlen des Impfmonitorings 14 Tage vor dem Erhebungszeitraum herangezogen, also der 6. September. An diesem Tag verfügten mehr als 1,19 Millionen Thüringer über den vollständigen Impfschutz. Nicht geimpft waren an diesem Tag rund 872.000 Menschen.

Das Ministerium verwies bei seinen Berechnungen allerdings auf mögliche Ungenauigkeiten. So lägen beispielsweise Informationen über den Impfstatus Infizierter nicht immer bereits zum Zeitpunkt der ersten Meldung an das Gesundheitsamt vor. Das betraf immerhin 30 Prozent aller Fälle in der 38. Meldewoche. Diese seien zu den Nichtgeimpften gezählt worden. Dadurch könne sich eine Überschätzung der Ungeimpften-Inzidenz und eine Unterschätzung der Geimpften-Inzidenz ergeben.

Impf-Aufruf der Ministerin

Auch die Möglichkeit, dass Geimpfte vermutlich seltener als Ungeimpfte getestet würden, könne zu einer Verzerrung der Angaben führen. Das Robert Koch-Institut hat angekündigt, in naher Zukunft eine bundesweit einheitliche Berechnungsgrundlage zur Verfügung zu stellen, die dann auch in Thüringen angewendet werden soll.

Trotzdem belegen die Zahlen aus Sicht von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) den Nutzen der Corona-Impfungen. „Die Impfung ist der beste Gesundheitsschutz“, erklärte sie und rief die Einwohner Thüringens auf, die Impfangebote zu nutzen. (zei)

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