Unternehmen

Vakzine gegen SARS-CoV-2: CureVac dementiert erneut Übernahmegerüchte

RNA-Vakzine gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 made in Germany: Die Tübinger CureVac AG erhält dafür jetzt weitere Fördermittel der EU-Kommission.

Veröffentlicht:
Der mutmaßliche Versuch der US-Regierung, den Tübinger Impfstoff-Entwicker CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen, hat hohe Wellen geschlagen.

Der mutmaßliche Versuch der US-Regierung, den Tübinger Impfstoff-Entwicker CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen, hat hohe Wellen geschlagen.

© Sebastian Gollnow/dpa

Tübingen. Berichte, wonach ein Übernahmeangebot der US-Regierung für den Impfstoffhersteller CureVac vorliegen soll, der gerade an einer Vakzine gegen SARS-CoV-2- forscht, haben am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz CureVac-Geschäftsführer Franz-Werner Haas und Friedrich von Bohlen, der im CureVac Aufsichtsrat sitzt, komplett zurückgewiesen. Von den Plänen wurde verschiedentlich am Wochenende berichtet, wahlweise auch, dass US-Präsident Trump versucht habe, CureVac-Forscher abzuwerben.

Man habe keine Ahnung, wo diese Meldungen herkommen, so Haas. Einen Roundtable mit US-Präsident Donald Trump, an dem CureVac als einziger deutscher Hersteller teilnahm, habe es zwar gegeben. Alles weitere werde jedoch dementiert.

Zwei Kandidaten in petto

Was die Medizin anging, berichteten CureVac-Experten über den aktuellen Stand bei der Entwicklung einer Vakzine gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Ein Oberflächenprotein des Virus werde derzeit in mRNA übersetzt. Zwei darauf basierende Impfstoffkandidaten sollen im April in präklinische Tests gehen.

Im Frühsommer könnte dann eine Phase-I-Studie beginnen. Auf diese würde bei Nachweis von Effektivität und Sicherheit wohl ein beschleunigtes Zulassungsverfahren folgen, aber das ist noch Spekulation.

Lesen sie auch

RNA-Impfungen zielen darauf, den menschlichen Körper durch Übertragung gezielt entworfener mRNA-Moleküle dazu zu veranlassen, Antigene selbst zu produzieren, gegen die dann das Immunsystem aktiv werden kann. Es handelt sich dabei derzeit um ein hoch experimentelles Verfahren. Kein entsprechender Impfstoff wurde bisher zugelassen, aber etliche Firmen arbeiten daran.

Erprobte Plattformtechnologie

CureVacs Plattform für die mRNA-Entwicklung gegen SARS-CoV-2 ist dieselbe, die das Unternehmen auch für seinen Rabies-Impfstoff nutzt, der die Phase-I-Studien erfolgreich absolviert hat. Das Bemerkenswerte hier war, dass extrem niedrige Dosierungen für einen deutlichen immunogenen Effekt ausreichten, weswegen ein potenzieller mRNA-Impfstoff in großen Mengen produziert werden könnte.

Aktuell habe man Kapazitäten für bis zu zehn Millionen Dosierungen, so Produktionsvorstand Florian von der Mülbe. Mit gestern gewährten Fördermitteln der EU-Kommission könne dies potenziell in eine Milliarden-Größenordnung skaliert werden. (gvg)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Lesetipps
Ein Läufer, der sein Knie mit blauem Tape versorgt hat.

© baranq - stock.adobe.com

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?