Ärger um Strafzettel

Dr. Ballouz im Knöllchenkrieg wegen Coronatests

Insgesamt 80 Strafzettel wegen Falschparkens hat der Schwedter Arzt Dr. Ballouz in den vergangenen Monaten angehäuft. Seine Begründung für diesen Verstoß wollten die Politessen nicht anerkennen – daraufhin machte er seine Praxis aus Protest kurzzeitig dicht.

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Dr. Amin Ballouz vor seinem Trabbi. Den Kofferraum hat er in den vergangenen Monaten für Coronatests genutzt. Auf seine Knöllchenbilanz hat sich das stark ausgewirkt.

Dr. Amin Ballouz vor seinem Trabbi. Den Kofferraum hat er in den vergangenen Monaten für Coronatests genutzt. Auf seine Knöllchenbilanz hat sich das stark ausgewirkt.

© rolf kremming/picture alliance

Schwedt. Das Leben schreibt die besten Drehbücher: Dr. Amin Ballouz, Landarzt in Schwedt an der Oder, war Namensgeber einer vor kurzem im ZDF ausgestrahlten Arztserie. Doch jetzt sorgte der „echte“ Ballouz mit einer Geschichte für Aufregung, die jedem professionellen Drehbuchschreiber zur Ehre gereicht hätte.

Ballouz hatte im vergangenen Jahr mit seinem Uralt-Trabant regelmäßig einen Kurzzeitparkplatz vor seiner Praxis blockiert. Ein Ordnungsverstoß, den Politessen der Stadt Schwedt einem Bericht des „Nordkurier“ zufolge immer wieder sanktionierten.

Sie verteilten insgesamt 80 Knöllchen. 500 Euro bezahlte Ballouz tatsächlich, doch dann hatte er die Nase voll. Rund 1500 Euro blieben offen, und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Die Stadt ließ dem Arzt wegen Nichtzahlung von Knöllchen am Dienstag sein Firmenkonto sperren. Der aus dem Libanon stammende Mediziner machte am Donnerstag aus Protest seine Praxis dicht und lieferte eine zumindest auf den ersten Blick überzeugende Begründung für die Dauerblockade des Parkplatzes.

Coronatests aus dem Kofferraum

Er habe aus dem Kofferraum heraus Coronatests angeboten, erläuterte der Arzt. Da die Patienten nicht in seine Praxis durften, habe er seine Dienste gezwungenermaßen vor der Tür anbieten müssen. „Das war eine Außenstelle“, argumentierte Ballouz. Mitarbeiter der Stadt recherchierten – und widersprachen. Die Strafzettel hätten sich schon vor dem Start der Corona-Testaktion angesammelt.

Die Fronten drohten zu verhärten, doch jetzt wird noch alles gut: Überzeugte Ballouz-Patienten aus einer begüterten Familie hatten über die Medien von dem Streit erfahren und erklärten sich dem „Nordkurier“ zufolge am Freitagmorgen bereit, das Rest-Bußgeld zu bezahlen. Aus dem Rathaus in Schwedt heißt es, man werde, sobald die Zahlung eingegangen sei, die Pfändung des Kontos aufheben.

Ballouz ist gebürtiger Libanese. Er kam vor über 40 Jahren in die damalige DDR und besitzt seit mehr als 30 Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte inspirierte Drehbuchschreiber für eine sechsteilige Arztserie, die vor einigen Wochen im ZDF ausgestrahlt wurde. (fuh)

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