Ernährung

Kalorienbedarf steigt massiv

80 Prozent mehr Kalorien aus Lebensmitteln könnten nach Berechnungen von Forschern der Universität Göttingen die Menschen weltweit bis zum Jahr 2100 benötigen. Sie nennen dazu zwei Gründe.

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Guten Appetit: Das steigende Körpergewicht vieler Menschen – verbunden mit entsprechendem Hunger – führt auch dazu, dass der globale Kalorienbedarf wächst.

Guten Appetit: Das steigende Körpergewicht vieler Menschen – verbunden mit entsprechendem Hunger – führt auch dazu, dass der globale Kalorienbedarf wächst.

© olly / shutterstock.com

Göttingen. Forscher der Universität Göttingen haben berechnet, dass der weltweite Kalorienbedarf bis zum Jahr 2100 um bis zu 80 Prozent steigen könnte. Würden die Menschen im Schnitt nicht schwerer werden, prognostizieren die Forscher mit noch immerhin 61,05 Prozent eine etwas schwächere Zunahme im Vergleich zu 2010. Sie gehen von rund 11,2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 aus (PLOS ONE 14(12): e0223188).

Klasen und sein Team führen den wachsenden globalen Kalorienbedarf neben einer wachsenden Weltbevölkerung auch auf das steigende Körpergewicht der Menschen zurück. Denn in den meisten Ländern nehmen die durchschnittliche Körpergröße sowie der BMI zu. Um das Gewicht zu halten, wird mehr gegessen, teilt die Universität Göttingen mit.

Der Entwicklungsökonom Professor Stephan Klasen von der Universität Göttingen und sein damaliger Doktorand Lutz Depenbusch haben ein Szenario entworfen, wie sich die Kalorienaufnahme zwischen den Jahren 2010 und 2100 verändern könnte. Als Maßstab wurden die bisherigen Entwicklungen in den Niederlanden und Mexiko herangezogen.

„Die Entwicklungen sind in diesen Ländern zwar sehr ausgeprägt, sie stellen aber ein realistisches Szenario dar“, erklärt Depenbusch in der Mitteilung. Allein für den Fall, dass der BMI und die Körpergröße konstant blieben, würde der globale Kalorienbedarf bis ins Jahr 2100 bereits um über 60 Prozent zunehmen. Bei steigendem BMI, wie in Mexiko beobachtet, und steigender Körpergröße, wie in den Niederlanden beobachtet, kämen noch einmal über 18 Prozentpunkte hinzu.

Sollte die globale Lebensmittelproduktion dem nicht entsprechen, würde sich dieses Problem nicht über einen sinkenden BMI selbst regulieren, so die Forscher. Während reichere Personen ihre Ernährungsgewohnheiten beibehalten könnten, würde die arme Bevölkerung stark unter den höheren Preisen aufgrund der vermehrten Nachfrage leiden.

„Dies würde zum erhöhten Konsum von günstigen Nahrungsmitteln führen, die oft reich an Kalorien, aber arm an Nährstoffen sind“, so Depenbusch. „In der Folge könnte auch unter den Armen das Körpergewicht weiter steigen, während die Mangelernährung zunimmt.“ (eb)

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