„ÄrzteTag“-Podcast

25 Jahre ICD-10: Haben die Hausärzte ihren Frieden mit der Kodierung gemacht, Dr. Claus?

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die Pflicht eingeführt, nach ICD-10 kodierte Diagnosen in AU-Bescheinigungen und KV-Abrechnungen zu übernehmen. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Hausarzt Dr. Christoph Claus die Folgen für die Praxis bis heute.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Podigee Um mit Inhalten aus Podigee und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Lässt sich ein komplexes Krankheitsgeschehen einfach so auf einen fünfstelligen Schlüssel reduzieren? Und lässt sich so nachvollziehbar über alle Ärztinnen und Ärzte und über alle Patientinnen und Patienten hinweg das Krankheitsgeschehen der Bevölkerung transparent und vergleichbar machen? Vor diesen Fragen standen vor 25 Jahren die Hausärztinnen und Hausärzte, als die ICD-10, die Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, für Vertragsärzte verpflichtend eingeführt wurde.

Im „ÄrzteTag“-Podcast erinnert Dr. Christoph Claus, Hausarzt in Grebenstein in Nordhessen, an die Zeit, als die Kodierpflicht vor 25 Jahren ins SGB V aufgenommen wurde. Bis der Paragraph 295 in Form der ICD-10 über die „German Modification“ (GM) in der täglichen Dokumentationsarbeit wirksam wurde, vergingen damals nochmals einige Jahre, was auch einem gewissen Widerwillen auf Seiten der Ärztinnen und Ärzte geschuldet war, die gewohnt waren, die Krankheiten im Klartext zu dokumentieren.

Warum ein einheitliches Kodiersystem auch Vorteile hat

Claus beschreibt auch die Vorteile des einheitlichen Kodiersystems, zum Beispiel, dass zuweisende Ärzte und ihre Kolleginnen und Kollegen in der Klinik dieselbe „Sprache“ nutzten und die Diagnosenschlüssel aus den Arztbriefen in die eigene Kartei übernommen werden konnten.

Im Gespräch lässt der Hausarzt nochmals die Zeit der Einführung der ICD-10 und des ersten Versuchs einer Einführung von Kodierrichtlinien Revue passieren, der damals am Widerstand vor allem der Hausärzte gescheitert war. Die Begründung schon damals: eine drohende zeitliche Überlastung der Praxen. Auch die Verknüpfung der Diagnosenverschlüsselung mit dem Arzthonorar und die Bedürfnisse der Krankenkassen, von einer guten Verschlüsselung über den morbiditätsbedingten Risikostrukturausgleich mehr Mittel zu mobilisieren, kommen zur Sprache.

Claus erläutert aber auch, wofür die ICD-10-Schlüssel in guten Praxisverwaltungssystemen genutzt werden können, zum Beispiel für Suchläufe, um Regresse für Medikamentenverordnungen zu vermeiden. Nicht zuletzt erläutert Claus, warum bis heute in manchen Fällen ein Spickzettel mit den wichtigsten ICD-10-Schlüsseln schneller helfen kann als der beste Thesaurus in einem Praxisverwaltungssystem.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen überwiegt Risiken

Mammografie jetzt auch für Frauen ab 45

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?