„ÄrzteTag“-Podcast

Was wird nach dem Umbruch aus der STIKO, Dr. Terhardt?

Der vom BMG geplante personelle Umbruch bei der STIKO bereitet den angestammten Mitgliedern Sorgen. Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert STIKO-Mitglied Dr. Martin Terhardt die Hintergründe und warum es nach dem Wechsel zu Verzögerungen in der Arbeit der Kommission kommen könnte.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Dr. Martin Terhardt

Dr. Martin Terhardt, Pädiater in Berlin und Mitglied der Ständigen Impfkommission STIKO.

© Porträt: privat | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

In der vergangenen Woche schlugen die Wellen hoch, als bekannt wurde, dass zwölf von 17 STIKO-Mitgliedern für die kommende Amtsperiode nicht wieder berufen werden sollen, so der Wille des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach solle in Zukunft ein Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur noch über maximal drei Amtsperioden dieses Ehrenamt ausüben, also maximal neun Jahre, hieß es. Dies sei den Mitgliedern vor der letzten Sitzung des Gremiums im November mitgeteilt worden, berichtet STIKO-Mitglied Dr. Martin Terhardt im „ÄrzteTag“-Podcast.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Podigee Um mit Inhalten aus Podigee und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Der Pädiater ist selbst seit 2011 Mitglied der STIKO und wird damit voraussichtlich ebenfalls ausscheiden. Vor zwölf Jahren habe die STIKO unter anderem nach der Entscheidung für die HPV-Impfung wegen großer Industrienähe in der Kritik gestanden, erinnert Terhardt. Die Kommission habe dann ihre Methoden auf leichter nachvollziehbare und stärker evidenzbasierte Kriterien umgestellt.

Terhardt: Vorgehensweise international anerkannt

Im Podcast beschreibt er, wie die STIKO seitdem in Zusammenarbeit mit der „chronisch unterbesetzten“ Geschäftsstelle bei anstehenden Entscheidungen vorgeht und wie sich dieses durchaus zeitraubende Verfahren in der Pandemie beschleunigt habe. „Die Art und Weise, wie in Deutschland Impfempfehlungen entstehen, ist international jetzt anerkannt“, hebt Terhardt hervor.

Da in den vergangenen Jahren aufgrund der Pandemie viele Themen „liegengeblieben“ seien – zum Beispiel die Influenza-Impfung für gesunde Kinder, Meningokokken B, Meningokokken ACWY, der „sehr diffizile Komplex“ RSV, Pneumokokken, Pertussis-Wiederholungsimpfungen für Erwachsene – sorgen sich die ausscheidenden STIKO-Mitglieder, dass Sand ins Getriebe der STIKO-Arbeit kommen könnte, da die neuen Mitglieder sich zunächst in die Methoden einarbeiten müssten. Aber Angebote, im Übergang für einen Teil der ausscheidenden Mitglieder nochmals ein oder zwei Jahre zu verlängern, seien vom Ministerium bisher nicht angenommen worden, so Terhardt.

Die neue STIKO müsse zunächst die Prioritätenliste aktualisieren, die Mitglieder müssten in der Methodik ausgebildet werden, daher erwartet er „eine Unterbrechung in der Geschwindigkeit“ der Arbeit der Kommission.

Auch die Zusammensetzung der STIKO könnte sich in Zukunft ändern, fürchtet Terhardt. Genug Fachleute für die neue STIKO gebe es, allerdings sei das Verfahren der Berufung „intransparent“. Er hebt die Bedeutung der Praktiker in der Kommission hervor – er vertritt beispielsweise die in der ambulanten Versorgung impfenden Pädiater. Diese sei in Zukunft „fast überhaupt nicht mehr vorgesehen“. Zukünftig sollten auch Kommunikationswissenschaften in der Kommission Berücksichtigung finden. Die Kommissionsmitglieder versuchten noch, Ratschläge zu geben, „aber ich weiß nicht, wie viel davon ankommt“. (Dauer: 24:30 Minuten)

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutzimpfung: Jüngere Risikogruppen nicht vergessen

© Springer Medizin Verlag

Intens. Video-Podcast

Grippeschutzimpfung: Jüngere Risikogruppen nicht vergessen

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Arzt im Gespräch mit Patientin

© Ground Picture / shutterstock

STIKO-Empfehlungen

Handlungsbedarf bei Grippeschutz für Chroniker

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
IPD-Fallzahlen & Pneumokokken-Impfung bei Kindern in Deutschland

© Olivier Le Moal - stock.adobe.com

Content Hub Impfen

IPD-Fallzahlen & Pneumokokken-Impfung bei Kindern in Deutschland

Anzeige | MSD Sharp & Dohme GmbH
Vom Säugling bis zum Senior

© Juanmonino | iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfungen

Vom Säugling bis zum Senior

Anzeige | MSD Sharp & Dohme GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Krankenversichertenkarte auf Geld

© Setareh / stock.adobe.com

Neuer Gehaltstarif

Das bedeutet die MFA-Tariferhöhung für Praxen

Nasenabstrich: Seit der COVID-19-Pandemie kennen das viele Menschen. Ob Schnelltests auch bei anderen Infektionen zum Einsatz kommen sollten, ist Gegenstand einer Diskussion.

© Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance

Diskussion

Schnelltests für Atemwegsinfektionen: Unfug – oder Schritt nach vorn?